Kampf gegen Corona: EU-Arzneimittelbehörde empfiehlt Zulassung von Remdesivir

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Bislang gibt es noch keinen Impfstoff und kein Medikament gegen das neuartige Coronavirus, mit dem sich weltweit bislang rund 9,47 Millionen Menschen angesteckt haben und das fast 482.400 Todesopfer gefordert hat. Nun hat die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA grünes Licht für Remdesivir gegeben - ein Lichtblick für schwerkranke Corona-Patienten.

Europa ist der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Kontinent. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA empfahl eine bedingte Zulassung der Arznei zur Behandlung von erwachsenen Patienten und Jugendlichen ab zwölf Jahren mit Lungenentzündung, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Die Europäische Kommission muss der Zulassung noch zustimmen, dies gilt jedoch als Formsache. Die Entscheidung der Kommission soll laut EMA in der kommenden Woche fallen. In Luxemburg wurden in Kooperation mit französischen Krankenhäusern Studien mit Remdesivir durchgeführt. Nun könnte es eine andere Verwendung bekommen: Eine internationale Studie mit über 1000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage.

Das Medikament Remdesivir soll in Europa zur Behandlung von Covid-19 Patienten eingesetzt werden
Das Medikament Remdesivir soll in Europa zur Behandlung von Covid-19 Patienten eingesetzt werden. | Bild Ulrich Perrey dpa-POOL dpa

Das Medikament Remdesivir soll in Europa zur Behandlung von Covid-19-Patienten eingesetzt werden. Auch in Deutschland war das Mittel bislang schon innerhalb eines Arzneimittel-Härtefallprogramms zugänglich und wird in klinischen Studien getestet.

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte aber eine zu geringe Wirkung. Es ist bislang in keinem Land der Welt uneingeschränkt als Medikament zugelassen.

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