Fall George Floyd: Alle beteiligten Polizisten angeklagt und in Haft

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Der bei einem Polizeieinsatz getötete Afroamerikaner George Floyd ist nach Angaben der Gerichtsmedizin mit dem neuartigen Coronavirus infiziert gewesen.

"Zuhause sollten wir unser Militär nur sehr selten einsetzen, wenn es von Gouverneuren der Bundesstaaten angefordert wird", schrieb Mattis.

Die Senatorin von Minnesota, Amy Klobuchar, bestätigte, dass nach dem tödlichen Einsatz gegen den Afroamerikaner George Floyd nun alle vier daran beteiligten Polizisten angeklagt werden. Es drohen ihnen bis zu dreijährige Haftstrafen.

Der Justizminister des Bundesstaats, Keith Ellison, sagte, die Strafverfolgung in Fällen von Polizeigewalt gegen schwarze Amerikaner sei zu lange ungenügend gewesen. Dies sei das Land Floyd und seiner Familie schuldig.

George Floyd wurde von drei Polizisten am Boden gehalten, einer von ihnen kniete auf seinem Hals, wodurch er starb.

Bei dem Polizeieinsatz in der Stadt Minneapolis hatte ein 44-jähriger Polizist sein Knie fast neun Minuten lang auf Floyds Nacken gedrückt. Das entspricht etwa Totschlag in einem schweren Fall und kann mit bis zu 40 Jahren Haft bestraft werden. Die Vorwürfe gegen Chauvin wurden am Mittwoch von "Mord dritten Grades" auf "Mord zweiten Grades" heraufgestuft. Außerdem wirft ihm die Justiz noch Totschlag vor, wofür ihm zehn Jahre Haft drohen könnten. Mord zweiten Grades - diese Unterteilung ist eine Besonderheit des US-amerikanischen Rechtssystems. Die drei anderen Polizisten, die an Floyds Festnahme in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota beteiligt waren, waren bislang lediglich aus dem Polizeidienst entlassen worden. Es war zunächst nicht klar, welches Strafmaß ihnen drohen könnte.

Der Anwalt von Floyds Familie, Benjamin Crump, begrüßte die Ankündigung der Justiz zu den Anklagen. Die Familie sei dankbar, dass nun alle vier Ex-Polizisten angeklagt und festgenommen seien, erklärte er auf Twitter. Die Angehörigen hatten dies seit Tagen gefordert.

George Floyd war festgenommen worden, weil er verdächtigt wurde, mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben. Es sei beeindruckend und ein Zeichen der Hoffnung, dass sich Menschen aller Gesellschaftsschichten und Hautfarben an den Protesten im ganzen Land beteiligten, sagte Obama am Mittwoch (Ortszeit). Er kritisierte indirekt auch Verteidigungsminister Mark Esper, der an Trumps Auftritt teilgenommen hatte. Die Nationalgarde sei am besten geeignet, um in Situationen wie diesen die örtlichen Strafverfolgungsbehörden zu unterstützen. Die Aktivierung dieser Regelung wurde zuletzt diskutiert, nachdem US-Präsident Donald Trump gedroht hatte, die aktuellen Unruhen im Land notfalls mit militärischer Gewalt zu stoppen. "Wir brauchen eine Regierung, die so gut ist wie ihre Bevölkerung, und wir sind besser als das", schrieb der Demokrat. Pritzker sagte weiter, Trump selbst befeuere jeden Tag rassistische Spannungen.

Proteste, Ausgangssperren und heftige Kritik am Präsidenten: Die USA kommen seit dem Tod Floyds nicht zur Ruhe.

Obama hatte die Organisation 2014 nach dem Erschießungstod des schwarzen Teenagers Michael Brown in Ferguson, Missouri, ins Leben gerufen, um rassistische Ungerechtigkeiten anzugehen.

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