Johnson-Berater Cummings verstieß gegen Lockdown-Regeln

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Übereinstimmend berichteten zuerst Guardian sowie Daily Mirror, dass der 48-jährige Cummings Ende März von Englands Hauptstadt London in die über 430 Kilometer entfernt gelegene Grafschaft Durham im Nordosten zu seinen Eltern gereist ist.

Wenige Tage zuvor hatte die britische Regierung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie* strenge Auflagen mit Blick auf die Bewegungsfreiheit erlassen: Reisen war fortan nur aus dringlichen Gründen gestattet. Kritiker warnten, Cummings Missachtung der eigenen Regeln könne dem Kampf gegen die Ausbreitung des Virus schaden. Zu diesen Personen zählte nach Angaben der Regierung damals auch Dominic Cummings.

Der Wahlkampfstratege von Boris Johnson litt an Symptomen der Erkrankung Covid-19.

Cummings selbst verteidigte sich mit den Worten: "Ich habe mich vernünftig und legal verhalten". "Sein Handeln war in Einklang mit den Coronavirus-Richtlinien".

Harsche Kritik kam von der Opposition. "Die Position Dominic Cummings' ist vollkommen unhaltbar - er muss zurücktreten oder rausfliegen", sagte Blackford. Der konservative Regierungschef habe nun ernste Fragen zu beantworten, so Blackford am Samstag auf Twitter. Er warf der Regierung vor, das angebliche Fehlverhalten Cummings gedeckt zu haben. Die oppositionelle Labour-Partei forderte eine "sehr rasche Erklärung". "Es kann nicht eine Regel geben für die, die sie aufgestellt haben, und eine andere für die britische Bevölkerung". Staatsminister Michael Gove twitterte: "Sich um seine Frau und sein Kind zu kümmern, ist kein Verbrechen".

Gesundheitsminister Matt Hancock bescheinigte Cummings, sich völlig korrekt verhalten zu haben.

Anders als in Medien berichtet habe es auch keine Ansprache durch die Polizei gegeben. Die Polizei bestätigte laut britischer Nachrichtenagentur PA, am 31. März eine solche Anzeige erhalten zu haben, ohne jedoch einen Namen zu nennen. Die Besitzer der fraglichen Adresse seien von Beamten angesprochen und an die Ausgangsbeschränkungen und die Regeln zur Selbstisolation erinnert worden, hieß es. "Vorfälle wie diese sind nicht hilfreich". Menschen über 70 Jahren - wie Cummings Eltern - dürfen zudem keine Besucher empfangen.

Erst vor wenigen Wochen hatte der renommierte Wissenschaftler Neil Ferguson seinen Beraterposten aufgeben müssen, weil er während des Lockdowns Besuch von seiner Freundin erhalten hatte. Catherine Calderwood, medizinische Beraterin der schottischen Regierung, hatte ebenfalls aufgrund eines Corona-Vergehens ihren Hut nehmen müssen.

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