Trump will Gottesdienste in Corona-Krise

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Kirchen und andere Gotteshäuser wie Synagogen und Moscheen seien "essenzielle Orte, die essenzielle Dienste leisten", erklärte Donald Trump bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Weißen Haus.

Die Entscheidung, was essenzielle Einrichtungen sind, die während der Corona-Pandemie geöffnet bleiben können, war bisher den einzelnen Bundesstaaten und Verwaltungsbezirken vorbehalten. "Wenn sie das nicht tun, werde ich mich über die Gouverneure hinwegsetzen", kündigte der US-Präsident an. Unterdessen sind in einer Umfrage von ABC und Ipsos 60 Prozent der Amerikaner unzufrieden mit Trumps Amtsführung in der Corona-Krise. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, machte keine Angaben dazu, auf welcher Basis sich Trump über die Gouverneure hinwegsetzen wolle. Sie sagte, das sei eine hypothetische Frage.

Es sei nicht einzusehen, warum Alkoholgeschäfte und Abtreibungskliniken in einigen Bundesstaaten als essenziell eingestuft würden, aber nicht Gotteshäuser. Das ist nicht richtig. "Ich korrigiere diese Ungerechtigkeit". "In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger". Von 92 Menschen, die die Kirche zwischen dem 6. und 11. März besuchten, hätten sich 35 mit dem Coronavirus infiziert. 26 weitere Infektionsfälle in der Gemeinde seien in Verbindung mit der Kirche gebracht worden.

Alle US-Bundesstaaten haben bereits Lockerungen verkündet oder zumindest angekündigt, Gottesdienste oder andere religiöse Zusammenkünfte sind in vielen Bundesstaaten aber weiterhin nicht erlaubt. Führer der Evangelikalen drängen seit langem auf eine Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Die Wissenschaftler der Johns-Hopkins-Universität haben fast 1,6 Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen verzeichnet.

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