Restaurant-Besucher offenbar mit Coronavirus infiziert

Einstellen Kommentar Drucken

Leer Bei einem Restaurantbesuch im Landkreis Leer haben sich offenbar sieben Menschen mit dem Coronavirus infiziert. NDR 1 Niedersachsen hatte über die Fälle berichtet. Niedersachsen zählte zu den ersten Bundesländern, in denen Restaurants ab dem 11. Mai wieder öffnen durften. Bundesweiter Vorreiter war Mecklenburg-Vorpommern, wo die Restaurants bereits am 9. Mai wieder öffnen durften. Es sei noch unklar, ob sich die Besucher oder das Personal nicht an die Regeln gehalten hätten, hieß es. Deshalb sei die Nachverfolgung entsprechend aufwendig. Das Gesundheitsamt betont, dass es sich hier nicht um einen Einzelfall mit nur wenigen Kontakten handelt. Die sieben positiven Befunde, die miteinander zusammenhingen, seien dem Gesundheitsamt von Dienstag bis Freitag mitgeteilt worden.

In einer Kirchengemeinde der Baptisten in Frankfurt am Main haben sich mehrere Mitglieder bei einem Gottesdienst mit dem Coronavirus infiziert.

Im Landkreis Leer war zuvor offiziellen Angaben zufolge mehr als eine Woche lang überhaupt keine bestätigte Neuinfektion gemeldet worden. Der "Ostfriesen-Zeitung" zufolge hat sich die Zahl der Quarantäne-Fälle nun binnen zwei Tagen fast verdreifacht, von 24 auf 66.

Eine Sprecherin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga sagte NDR 1 Niedersachsen, durch das Hygiene- und Abstandskonzept, das der Verband erarbeitet habe, seien Neuinfektionen in Restaurants eigentlich nicht möglich.

Der Leeraner Landrat Matthias Groote (SPD) sagte, der Ausbruch führe deutlich vor Augen, dass Corona nicht vorbei sei.

Unter Einhaltung von Abstandsregeln und Hygienevorschriften durfte die Gastronomie schrittweise wieder öffnen
1 Unter Einhaltung von Abstandsregeln und Hygienevorschriften durfte die Gastronomie schrittweise wieder öffnen

Einige Experten hatten vor Restaurantbesuchen in geschlossenen Räumen gewarnt. "Da kommt es praktisch nicht zu Infektionen".

Dagegen schütze draußen der Luftzug. Selbst bei ausreichendem Luftaustausch alle sechs bis zehn Minuten gebe es keine hundertprozentige Garantie. So müssen sich Gäste mancherorts vorher mit Adresse und Telefonnummer anmelden.

So heißt es in einer Presseinformation des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, dass die Betreiberin oder der Betreiber eines Restaurationsbetriebes den Namen und die Kontaktdaten jedes Gastes sowie den Zeitpunkt des Betretens und Verlassens der Einrichtung dokumentieren und drei Wochen aufbewahren muss, damit eine etwaige Infektionskette nachvollzogen werden kann. Bedient werden darf häufig nur am Tisch.

Die Dehoga hatte die Situation von Gastronomie und Tourismus Anfang Mai als "dramatisch" bezeichnet. Eine Umfrage bei den Betrieben habe ergeben, dass ein Drittel von der Insolvenz bedroht sei - 70.000 der insgesamt 220.000 Unternehmen.

Comments