Coronakrise in den USA: Autovermieter Hertz meldet Insolvenz an

Einstellen Kommentar Drucken

Der Autovermieter Hertz hat aufgrund der Corona-Krise einen Insolvenzantrag in den USA gestellt. Der Rückgang von Reisen habe zu einem "plötzlichen und dramatischen" Einbruch bei Umsätzen und Buchungen geführt, erklärte das Unternehmen.

In der Mitteilung hieß es, Hertz habe bereits Maßnahmen eingeleitet, als sich die Krise im März abgezeichnet habe.

Die internationalen Ableger von Hertz in Europa, Australien und Neuseeland sind den Angaben zufolge nicht betroffen.

Der US-Autovermieter Hertz hat wegen der Corona-Krise Gläubigerschutz beantragt. Der in Florida ansässige Konzern, der auch weitere Marken unterhält, hatte im April fällige Zahlungen für ein größeres Autoleasing nicht geleistet. Auch seien Hoffnungen auf eine Unterstützung der amerikanischen Regierung für Autovermieter zerschlagen worden. Das "Wall Street Journal" berichtete aber am Freitag von einer Verschuldung von rund 19 Milliarden Dollar (17,4 Milliarden Euro) und knapp 700.000 Fahrzeugen, die wegen der Pandemie größtenteils ungenutzt blieben. Hinzu kamen Schulden von offiziell nicht bekannter Höhe. Das Unternehmen ächtzte bereits seit Jahren unter einem milliardenschweren Schuldenberg. So sei damals beschlossen worden, weltweit 20.000 Mitarbeiter zu beurlauben oder zu entlassen - rund die Hälfte aller Beschäftigten.

Die Zahl der Fahrzeuge und Standorte werde reduziert. Man beabsichtige dennoch, Kunden weiterhin die gleiche Qualität anzubieten und Lieferanten sowie Arbeitnehmer zu bezahlen.

Hertz ist eine der größten Leihwagenfirmen weltweit und vermietet Fahrzeuge unter anderem auch unter den Firmennamen Dollar und Thrifty. Diesen schleppt Hertz seit einer zeitweisen Übernahme durch Finanzinvestoren mit sich herum.

Die Krise hat Amerikas Wirtschaft schwer in Mitleidenschaft gezogen.

US-Präsident Donald Trump drängt deshalb die US-Bundesstaaten zu einer möglichst schnellen Lockerung der Schutzmaßnahmen, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Das Land befindet sich wegen der Pandemie in einer schweren Wirtschaftskrise. Er rechne damit, dass im zweiten Halbjahr das Geschäft wieder anziehe, sagte Vorstandschef Erich Sixt.

Comments