Corona-Shutdown dämpft CO2-Emissionen

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Die auf den 7. April 2020 bezogene Schnellschätzung kommt auf einen Corona-bedingten Rückgang um 17 Megatonnen CO2 pro Tag (eine Megatonne entspricht eine Million Tonnen) - das ist relativ zum Vor-Corona-Niveau von 100 Megatonnen ein Rückgang um 17 Prozent. Die Emissionen aus Landverkehr, Energie und Industrie waren in absoluten Werten die am stärksten betroffenen Sektoren und machten 86 % der gesamten Reduzierung der globalen Emissionen aus. Die globalen Tageswerte waren Anfang April um schätzungsweise bis zu 17 Prozent niedriger als im Jahresdurchschnitt 2019, wie Forscher in der Fachzeitschrift Nature Climate Change (DOI: 10.1038/s41558-020-0797-x) schreiben. Ihr Kollege Glen Peters vom Cicero-Zentrum für Internationale Klimaforschung in Oslo ergänzt: "Die wegen Covid-19 entstandenen Emissionsverringerungen werden eindeutig beispiellos sein". Sollte die Aktivität in aller Welt bis Mitte Juni die Werte der Zeit vor der Corona-Krise erreichen, dann rechnen die Forscher mit einem weltweiten Rückgang der Jahresemissionen 2020 um schätzungsweise vier Prozent. Weltweit betrug die Verringerung im Vergleich zu den ersten vier Monaten des Jahres 2019 rund 8,6 Prozent.

Wenn die Beschränkungen bis Ende Mai bleiben und Ende Juli wieder Normalzustand herrscht, beträgt der Rückgang rund fünf %.

Wie sehen die CO2-Emissionen bis zum Jahresende aus?

"Unsere Studie taugt nicht für Jubelmeldungen. Gleichwohl liefert sie wichtige quantitative Erkenntnisse dazu, wie extreme Maßnahmen auf CO2-Emissionen wirken".

Um die globale Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, müssten die Emissionen nicht einmalig, sondern Jahr für Jahr um sechs Prozent sinken. Aber genau das müsste jedes Jahr passieren.

Das Forscherteam betont, dass die Klimakrise durch die Corona-Pandemie in keiner Weise entschärft wird.

"Die staatlichen Anschubhilfen werden den Pfad der globalen CO2-Emissionen wahrscheinlich für Jahrzehnte prägen".

Ein entsprechendes Konzept, wie Corona-Konjunkturhilfen gezielt am Umweltschutz ausgerichtet werden könnten, hat das Umweltbundesamt (UBA) heute (20.5.2020) vorgelegt. Erstautorin Le Quéré leitet das britische Büro des GCP. Demnach steigen die CO2-Konzentration in der Atmosphäre (trotz sinkender Treibhausgas-Emissionen durch den Corona-Shutdown) weiter - möglicherweise nur etwas langsamer. Das zeigten Messwerte des Umweltbundesamts. In der Spitze seien die CO2-Emissionen im Durchschnitt sogar um 26 Prozent in einzelnen Ländern gesunken. Im Gegenteil - der CO2-Gehalt der Atmosphäre klettert weiter: Der Wissenschaftsverband Deutsches Klima-Konsortium hatte am Freitag auf neue Rekordwerte verwiesen, die auch in Deutschland gemessen wurden. "Notwendig ist, die Emissionen in den kommenden Jahren konstant in dieser Größenordnung zu senken - ohne dabei die Wirtschaft lahmzulegen".

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