Thrombose als Komplikation von Coronavirus-Infektionen: Ärzte beobachten Bildung von Blutgerinnseln | Gesundheit

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Eine Mitarbeiterin des Medizinischen Personals arbeitet auf der Intensivstation eines Krankenhauses im italienischen Casal Palocco. Immer neue Komplikationen von Covid-19 werden bekannt. In einer vor Kurzem in der niederländischen Zeitschrift "Thrombosis Research" veröffentlichten Studie zeigte sich, dass es bei fast jedem dritten von 184 untersuchten Corona-Patienten thrombotische Komplikationen gab. Die rätselhaften Thrombosen bei Covid-19-Patienten helfen zumindest, ein anderes Phänomen der Krankheit zu erklären.

Diese Bildung von Blutgerinnseln machte teilweise sogar eine Amputation notwendig.

Blutgerinnsel sind nicht nur für die Gliedmaßen gefährlich, sondern können ihren Weg auch in die Lunge, das Herz oder das Gehirn finden und so Lungenembolien, Herzinfarkte und Schlaganfälle verursachen.

"Ich hatte 40-Jährige auf meiner Intensivstation, die Blutgerinnsel in den Fingern hatten und es sah so aus, als würden sie sie verlieren", sagte Shari Brosnahan, eine Intensivmedizinerin an der NYU Langone Health School gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Die Frage, warum sich Blutgerinnsel überhaupt bei Covid-19-Patienten bilden können, ist bislang noch nicht abschließend untersucht. Plausibel wäre auch, dass der Erreger Sars-CoV-2 für die höhere Thromboseneigung verantwortlich sein könnte. Letzteres ist auch ein Grund, warum Intensivpatienten häufig betroffen sind. So erging es auch dem Broadway-Schauspieler Nick Cordero. Als eine Thrombose festgestellt wurde und das rechte Bein des Künstlers abzusterben drohte, sahen sich die Ärzte zu einer Amputation gezwungen.

Thrombose als Symptom von Covid-19?

Mediziner ratlos: Weshalb treten bei Covid-19 vermehrt Thrombosen auf? Die Wissenschaftler bezeichneten diesen Anteil als "bemerkenswert hoch" - auch wenn extreme Folgen wie Amputationen selten sind. Die Studie des Forscherteams um Behnood Bikdeli, einem Arzt aus New York, wurde im Fachmagazin Journal of The American College of Cardiology publiziert.

Er habe in seiner Karriere bereits Hunderte Blutgerinnsel gesehen, allerdings noch nie so viele "anormale extreme Fälle", berichtet der Arzt.

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Forscher diskutieren verschiedene Ursachen für die Thrombosen-Bildung bei Coronavirus-Infektionen. So erkranken meist Menschen mit Vorerkrankungen an schweren Covid-19-Verläufen*, bei welchen das Thromboserisiko etwa durch eine Herz-Kreislauf-Erkrankung erhöht ist.

Oder aber das Virus selbst verursacht die Blutgerinnsel, was auch bei anderen Viren vorkommt. Autopsien hatten ergeben, dass die Lungen mancher verstorbener Patienten voller winziger Blutgerinnsel waren. Die Gerinnsel würden die Blutzirkulation in der Lunge und damit die Sauerstoffversorgung blockieren.

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