Coronavirus - Schützt Nikotin vor dem Virus?

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Bisher ging die Forschung davon aus, dass Rauchen die Abwehrkräfte des Bronchialsystems schwächen könnte.

Das Coronavirus breitet sich weiter in Baden-Württemberg aus - doch die Reproduktionszahl macht Hoffnung.

Insbesondere die Lungenkrankheit COPD, die für zahlreiche schwere Verläufe von Covid-19 verantwortlich gemacht wird, wird nachgewiesenermassen durch das Rauchen ausgelöst.

Die Forscher vermuten demnach, dass Nikotin die Vermehrung der Viruszellen bremsen könnte. Das führe wiederrum zu einem "Rebound-Effekt", der für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Raucherinnen und Raucher im Krankenhaus verantwortlich sei.

Ein wahrer Ansturm auf Nikotin-Ersatzprodukte war die Folge der Studie, die in den französischen Medien Anklang fand.

Schützt Nikotin vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus?

"Fangen Sie bloss nicht mit dem Rauchen an", sagt zum Beispiel auch Jean-Francois Delfraissy (71), Präsident des wissenschaftlichen Rates, der die französische Regierung berät, im Gespräch mit "France Info". Laut mehreren Studien liegt die weltweite Rate zwischen 1,4 und 12,5 Prozent. Nun sollen weitere Tests zeigen, ob vielleicht Nikotinpflaster in der Therapie oder auch präventiv für Krankenhauspersonal eingesetzt werden können, um die Verbreitung zu verlangsamen und die Verläufe der Betroffenen zu mildern.

Grundlage ihrer These: Von den bis dato an Covid-19 Erkrankten rauchen nur sehr wenige.

Ein genaueres Bild bietet eine neue Studie aus Frankreich: Von den 500 Covid-19-Patienten - darunter 350 im Krankenhaus behandelte Menschen und 150 Patienten mit einem leichteren Krankheitsverlauf - waren nur fünf Prozent Raucher, erklärte der Studienleiter und Professor für Innere Medizin, Zahir Amoura, der Nachrichtenagentur AFP.

Rauchen wurde ursprünglich im Zusammenhang mit der Prognose einer unerwünschten Erkrankung von COVID- 04 festgestellt, obwohl dieser Befund weiterhin umstritten ist. Dennoch warnen Experten eindringlich: Lasst weiterhin die Finger von der Zigarette!

Laut spiegel.de basiert die Vermutung der Forscher auf den Angaben von 22 Rauchern unter den befragten Covid-19-Erkrankten. Denn beim Krankenhausaufenthalt würde den Patienten in der Regel verboten werden zu rauchen, was zu Nikotinentzug führe.

Rauchen schädigt die ultrafeinen Partikel in der Lunge nachhaltig und schwächt im besonderen Maße das Immunsystem. Das könne auch erklären, warum vorangegangene Studien "einen Zusammenhang zwischen Rauchen und dem Schweregrad von Covid-19 gefunden haben". Und Rauchen erhöht nicht nur das Risiko für chronische obstruktive Lungenerkrankung (dauerhaft atemwegsverengende Lungenerkrankung) und Lungenkrebs, sondern gilt als Risikofaktor für Diabetes Typ-2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Soll man nun mit dem Rauchen beginnen? Hierfür muss allerdings noch die französische Gesundheitsbehörde eine Erlaubnis erteilen.

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