Corona: Virus tritt laut Studie vor allem durch die Nase ein

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Wir wissen, dass das Coronavirus sich hauptsächlich über Tröpfcheninfektion verbreitet und über bestimmte Proteine in den Körper gelangt. Die Forscher konnten zeigen, dass spezielle Zellen in der Nase die höchste Konzentration an ACE2 und TMPRSS2 enthielten: "Das Rezeptorprotein - ACE2 - und die TMPRSS2-Protease, die beim Eintritt von SARS-CoV-2 helfen kann, wird in den Zellen verschiedener Organe exprimiert".

Medizinisches Personal entnimmt an einer Coronavirus-Teststation eine Probe aus der Nase einer Person. Um nun herauszufinden, welche Eintrittspforte der Erreger vorrangig wählt, hat ein Team internationaler Wissenschaftler Daten der Human Cell Atlas (HCA)* dahingehend ausgewertet, wo im menschlichen Gewebe die Konzentration an den genannten Eintrittsproteinen am größten ist.

"Wir haben dann gezeigt, dass von allen Zellen die schleimproduzierenden Becherzellen und Flimmerzellen in der Nase die höchsten Konzentrationen dieser beiden Proteine aufweisen", erklärte Hauptautor Waradon Sungnak vom Wellcome Sanger Institute.

Zugleich seien die beiden wichtigsten Eintrittsproteine auch in Hornhaut-Zellen des Auges und in der Darmschleimhaut zu finden, berichtete das Max-Delbrück-Centrum weiter. Darunter sind die Zellen an der Innenseite der Nase. "Das macht diese Zellen zum wahrscheinlichsten Erstinfektionsweg für das Virus", schlussfolgert er weiter.

Darüber hinaus sind die Forscher auf weitere, bisher weniger bekannte Infektionswege gestoßen. Was die Aufnahme durch den Mund oder die Übertragung über Fäkalien angeht, äußerte sich das MDC eher vorsichtig. Demnach gebe es dafür "auch ein Potenzial".

Bis zu 20 Prozent der Corona-Patienten erleiden nach Angaben der MDC-Mitteilung Schäden des Herzmuskels bis hin zum Herzversagen. Unklar sei jedoch noch, ob das Virus selbst die Schäden am Herzen verursacht oder ob es sich um sekundäre Effekte handle. Das Konsortium will Referenzkarten für alle menschlichen Zellen erstellen, um Gesundheit und Krankheit zu verstehen. Ihr Ergebnis haben die Forscherteams im Fachjournal "Nature Medicine" veröffentlicht. Folglich könnten Aussagen über die häufigsten Übertragungswege gemacht werden.

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