Tui: Milliarden-Hilfskredite wegen Corona-Einbrüchen

Einstellen Kommentar Drucken

Der Tourismuskonzern TUI bekommt einen Kredit von der staatlichen Förderbank KfW über 1,8 Milliarden Euro. Jetzt stehen nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg die Chancen gut, zwei Milliarden Euro in Anspruch nehmen zu können. Ein TUI-Sprecher bestätigte lediglich, dass man sich in guten Gesprächen befinde. Der Konzern betonte, dass es für geleistete Kundenzahlungen eine hinreichende Versicherungsdeckung gebe. Die übrigen 20 Prozent solle Tui von Geschäftsbanken erhalten. Diese dürften das Paket in den nächsten Tagen freigeben. Die genaue Ausgestaltung könne sich aber noch ändern - ebenso der Zeitplan. Die KfW äußerte sich in Frankfurt nicht zu dem Thema. Der Konzern musste Mitte März nach Reisebeschränkungen und Reisewarnungen fast aller Länder seine Urlaubsangebote, einschließlich der Pauschalreisen und Kreuzfahrten und der Hotels bis auf Weiteres aussetzen. Für zahlreiche Beschäftigte wurde Kurzarbeit angezeigt - in einigen Bereichen bis in den September hinein. Es folgt eine Liste von Unternehmen, die angekündigt haben, Staatshilfe zu beantragen. Am Mittwoch hatte es geheißen, man warte vorerst noch die formalen Beschlüsse von Bundestag und Bundesrat ab. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte sich für eine staatliche Unterstützung des Unternehmens mit Hauptsitz in Hannover ausgesprochen. Tui sei eigentlich "kerngesund", sagte er der dpa - das Geschäftsmodell sei durch die Viruskrise nun aber unverschuldet in große Gefahr geraten. Tui kündigte zudem an, dass Urlauber für den Mai gebuchte Reisen gebührenfrei verschieben können.

Die Reisebranche ächzt besonders unter der Corona-Krise. Die Buchungen sind im Keller, viele Länder haben den normalen Luftverkehr unterbrochen.

"Die Zusage des KfW-Überbrückungskredits bedeutet einen wichtigen ersten Schritt für die TUI, um die derzeitige Ausnahmesituation erfolgreich zu überbrücken", sagte Konzernchef Fritz Joussen. Nun müsse unbedingt "das Geld zusammengehalten" werden, sagte er kürzlich.

Tui Deutschland hatte in der vergangenen Woche die Absage sämtlicher Reisen bis zunächst 30. April 2020 verlängert. Legen Sie noch heute gratis Ihren my.onvista-Account an und probieren Sie es aus! "Das war zu keinem Zeitpunkt fraglich und wird es auch nicht sein". Das "Handelsblatt" hatte unter Berufung auf Versicherungskreise berichtet, Rückversicherungen seien wegen des Geschäftsausfalls in der Corona-Krise und dem Bedarf an staatlicher Finanzhilfe des Reisekonzerns womöglich nicht mehr bereit, für dessen Versicherung von Pauschalreisezahlungen einzustehen. Man spreche derzeit mit den Versicherern des Unternehmens sowie mit der Finanzaufsicht Bafin über den entsprechenden Schutz für Pauschalreisen und werde die "jeweiligen Verpflichtungen fristgerecht erfüllen", hieß es. Das Unternehmen dürfe während der Laufzeit des neuen Darlehens keine Dividenden auszahlen.

"Sämtliche Gespräche verlaufen sehr konstruktiv und positiv", erklärte TUI.

Comments