Debatte über Lockerung der Corona-Maßnahmen verfrüht VIRUS/ROUNDUP 2/Merkel

Einstellen Kommentar Drucken

Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist es noch zu früh, um über eine Lockerung der wegen der Ausbreitung des Coronavirus verhängten Maßnahmen in Deutschland zu entscheiden. Sie sei zwar durch Videokonferenzen und Telefonschalten "sehr, sehr gut beschäftigt", sagte Merkel am Donnerstagabend in einer im Internet übertragenen Pressekonferenz. Eher unzufrieden sind dagegen 38 Prozent. Die ersten Hilfen sollen noch vor dem 1. April bei den Betroffenen ankommen.

Nach den jüngsten vorliegenden Zahlen des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstag gibt es in Deutschland inzwischen rund 36.500 Corona-Infektionsfälle und 198 verzeichnete Todesopfer. Mehr als 260 Infizierte sind bundesweit gestorben.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnte vor verfrühten Spekulationen über ein Ende der Beschränkungen und Auflagen. "Wenn wir erfolgreich sein wollen, und wenn wir aus dieser Krise herauskommen wollen, müssen wir diesen Weg, den wir jetzt beschritten haben, weitergehen", sagte der Politiker in einer am Donnerstagabend verbreiteten Videobotschaft. "Deswegen mein Tipp: Noch nicht vorzeitig darüber spekulieren, wann und wie Maßnahmen gelockert werden können".

Er erklärte, man werde am Ende der Osterferien beurteilen, wo man in Deutschland stehe.

"Ich bin dafür, dass wir fortlaufend prüfen, ab wann es die epidemiologische Lage erlaubt, die harten Einschnitte zu lockern", sagte die Verteidigungsministerin gegenüber der Zeitung "Die Welt".
Außerdem läuft ein unbegrenztes Kreditprogramm über die Förderbank KfW.

Die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie sind nach ihrer Einschätzung größer als die der internationalen Finanzkrise 2008.

Bund und Länder streben laut der "Bild"-Zeitung eine Ausweitung der Testkapazitäten für Infektionen mit dem Coronavirus an". Das Blatt berief sich auf das interne Beschlussprotokoll einer Telefonkonferenz zwischen Kanzleramtsminister Helge Braun und den Chefs der Staatskanzleien der Länder vom Mittwoch.

"Wir haben von deutscher Seite zusammen mit anderen deutlich gemacht, dass dies nicht die Meinung aller Staaten ist", sagte Merkel mit Verweis auf den Wunsch Spaniens und Italiens, neue Wege zur Bewältigung der Krise auszuprobieren und Corona-Bonds aufzulegen.

Comments