Mehr als 20.000 Anträge auf Soforthilfe innerhalb weniger Stunden

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Stuttgart - Mehr als 20 000 Selbstständige und kleine Unternehmen aus dem Südwesten haben innerhalb der ersten Stunden einen Antrag auf finanzielle Soforthilfe des Landes gestellt.

Die Antragstellung funktioniert laut Wirtschaftsministerium elektronisch und ist unbürokratisch. "Die finanzielle Unterstützung mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss wird die existenzbedrohende wirtschaftliche Lage von Handwerksbetrieben durch die Corona-Pandemie abfedern und auch Liquiditätsengpässe beheben helfen", so Thomas Hoefling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Region Stuttgart. Sobald der Bund am Ende der Woche das Geld für die geplante Soforthilfe freigibt, wird das Land genau dieses verwenden. Aber was ist mit den Azubis? Können die als feste Arbeitskräfte mitgerechnet werden? Die Landesregierung stellt jetzt klar: Ja, das geht. Antragsberechtigt sind Soloselbstständige, die mit ihrer Tätigkeit zumindest ein Drittel des Nettoeinkommens eines Haushalts bestreiten, Klein- und Kleinstunternehmen mit maximal 50 Beschäftigten sowie Angehörige der Freien Berufe wie etwa freischaffende Schauspieler oder Musiker. Vorausgegangen war eine Bitte der baden-württembergischen Kultusministerin Susanne Eisenmann, dass Betriebe mit einer "hohen Ausbildungsbereitschaft" nicht benachteiligt werden. "Wir rechnen mit Zigtausenden von Anträgen, denn Corona trifft gerade die Südwestwirtschaft mit voller Breitseite", sagte am Dienstag Wolfgang Grenke, Präsident des baden-württembergische Industrie- und Handelskammertages. Anträge können demnach von Mittwoch (25. März) an bei den Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern vor Ort gestellt werden. "Das muss in Folge der Corona-Krise geschehen sein und nicht andere Ursachen haben". Zu den wenigen Ausnahmen in Baden-Württemberg gehören Apotheken, Drogerien sowie Lebensmittelgeschäfte, die für die Grundversorgung der Bevölkerung notwendig sind. Kosten liefen weiter, Fachkräfte müssten bestmöglich gehalten werden. Dazu gehören neben den Selbstständigen beispielsweise auch regionale Kleinunternehmen wie Friseursalons, Fitnessstudios oder Tanzschulen.

Fest steht: DieCoronavirus-Pandemie könnte vieler solcher Kleinunternehmen in die Insolvenz führen undFolgen wie Arbeitsplatzverlust weiter begünstigen. Nun gibt es ein Soforthilfe-Programm. "In der gegenwärtigen Situation ist dies für die Hausbanken ein wichtiges Signal", erklärte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut gestern in einer Mitteilung. Geld solle in Zeiten der Corona-Krise keine Rolle spielen. Um das zu verhindern, hat die Landesregierung ein Soforthilfe-Paket auf den Weg gebracht.

Eine Aufstockung der Zuschüsse aus den vom Bund geplanten Zuschüssen um jeweils 4000 Euro soll möglich sein. Er machte auch darauf aufmerksam, dass es Voraussetzungen gebe für eine positive Empfehlung seiner Kammer zur Auszahlung der Soforthilfe: "Die Soforthilfe muss für das Unternehmen dringlich sein und es muss ein Liquiditätsengpass gegeben sein". Quarantäne, ausgesprochen werden, können Betriebe eine Entschädigung für die Fortzahlung von Löhnen und Gehältern bei den Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe beantragen. Betriebe mit bis zu 50 Beschäftigten sollen bis zu 30 000 Euro bekommen können. Handwerkskammern werden die Prüfung der Anträge auf Soforthilfe übernehmen.

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