Max Conze: ProSiebenSat.1 trennt sich von Vorstandschef

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Die tschechische Czech Media Invest, hinter der der Milliardär und Metro-Großaktionär Daniel Kretinsky steckt, nutzte den Kursverfall bei ProSiebenSat.1, um ihren Anteil auf zehn Prozent aufzustocken. Vorstandsvorsitzender Max Conze wird das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen.

Nach scharfen internen Machtkämpfen hat sich der TV-Konzern ProSiebenSat.1 von seinem Vorstandschef Max Conze (50) getrennt. Mit diesem nüchternen Satz teilte der Konzern aus Unterföhring am späten Donnerstag mit, was der Aufsichtsrat am Abend beschlossen hatte. Neu in den Vorstand berufen wurden Wolfgang Link und Christine Scheffler.

Finanzvorstand Rainer Beaujean übernimmt demnach zusätzlich das Amt des Vorstandssprechers.

Mit der neuen Aufstellung des Vorstands soll nun auch ein veränderter strategischer Fokus einhergehen. Unter anderem über die Streaming-Plattform Joyn soll die digitale Reichweite weiter ausgebaut werden. Der Medienkonzern, der etwa durch Show-Formate wie "Germany's next Topmodel" und "The Masked Singer" bekannt ist, verstärkt künftig das operative Geschäft im Entertainment-Bereich in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Auch die Produktion von Film- und Fernsehformaten bei den Red Arrow Studios und Studio71 gehöre dazu. Damit hört er nach knapp zwei Jahren an der Spitze auf, im Juni 2018 hatte der frühere Chef des Staubsaugerherstellers Dyson bei ProSiebenSat.1 begonnen. Die Beteiligungen an Start-ups sollen "zu gegebener Zeit" verkauft werden. Er hat das Unternehmen mit Konsequenz und Zielstrebigkeit durch eine schwierige Zeit gesteuert. Allerdings wird Beaujean lediglich Sprecher des Gremiums, nicht dessen Vorsitzender. Er hatte zuvor in einem Interview der Süddeutschen Zeitung mit Blick auf die Führungsquerelen von einer "Vorstands-Soap-Opera" gesprochen. Neu im Vorstand sind ab sofort die ProSiebenSat.1-Manager Christine Scheffler (51, Personal) und Wolfgang Link (52, Entertainment). "Dieses Unternehmen hat weit mehr Potenzial als ihm derzeit extern beigemessen wird", sagte nach seiner Beförderung zum Vorstandschef.

Beaujean ist von dieser Strategie überzeugt: "Die Corona-Pandemie stellt uns zwar in den nächsten Wochen und Monaten vor eine sehr große Herausforderung".

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