Türkei: 20 Verdächtige in Istanbul im Mordfall Khashoggi angeklagt

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Al-Kahtani gilt als enger Vertrauter des saudischen Kronprinzen Muhammad Bin Salman.

Rund anderthalb Jahre nach dem Mord an dem saudischen Regimekritiker und Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul ist in der Türkei Anklage gegen 20 Verdächtige erhoben worden. Das bestreitet Saudi-Arabien. In dem Königreich waren fünf Verdächtige wegen des Mordes zum Tode verurteilt worden. Der Journalist hatte sich immer wieder regimekritisch geäußert. Sein Leichnam wurde zerstückelt. - Khashoggi war im Oktober 2018 im saudiarabischen Konsulat in Istanbul ermordet worden, seine Leiche wurde nicht gefunden. Er war in Saudi-Arabien bereits einmal festgenommen, dann aber wieder entlassen worden. Al-Kahtani wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Saudi-Arabien vernommen, mangels Beweisen für seine mögliche Verwicklung aber dort nicht angeklagt.

Danach gehört zu den Angeklagten auch der ehemalige stellvertretende Chef des saudiarabischen Geheimdienstes, al-Assiri. In der türkischen Anklage ist zudem ein saudischer Gerichtsmediziner aufgeführt. Die türkische Staatsanwaltschaft kommt nun zu einem anderen Schluss. Man habe die Tat "mit allen Details geplant". Er widerspricht damit der saudischen Darstellung, wonach der Mord zunächst nicht beabsichtigt gewesen sei. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman übernahm die Verantwortung für die Tat, bestritt aber, die Tötung angeordnet zu haben. Drei weitere Angeklagte wurden wegen "Verheimlichung des Verbrechens" zu Haftstrafen von insgesamt 24 Jahren verurteilt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. März 2020 um 14:00 Uhr. Die UN kritisierten das saudische Urteil als Verhöhnung des Rechts.

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