EU will Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien und Albanien

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Noch vor der ersten Beitrittskonferenz muss das Land demnach unter anderem seine Reform des Wahlrechts abschließen.

Der tastsächliche Verhandlungsstart soll "sobald wie möglich" erfolgen, sagte Edtstadler.

Der SPÖ-EU-Delegationsleiter und Vorsitzende der Nordmazedonien-Delegation Andreas Schieder würdigte besonders die Fortschritte Skopjes der vergangenen Jahre.

In einer Videoschaltung haben sich die Europaminister der 27 EU-Staaten auf die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit Albanien und Nord-Makedonien verständigt.

Stimmen nun alle Hauptstädte bis Mittwoch auch schriftlich zu, sei der Start der Gespräche "beschlossene Sache", hieß es aus dem EU-Rat. Der Westbalkan ist für die EU auch geopolitisch von großer Bedeutung.

Unter diesen Vorzeichen könnten in beiden Ländern Schritte zu einer langfristig günstigeren wirtschaftlichen Entwicklung unternommen werden. Der Schritt sei aber "von allergrößtem Interesse" für die EU.

EU-Erweiterungskommissar Oliver Varhelyi zeigte sich am Dienstag "sehr zufrieden" mit der politischen Einigung der EU-Europaminister. Nur wenn Nordmazedonien und Albanien verlangte Vorgaben und Reformen umsetzen, können sie am Ende EU-Mitglieder werden.

Per Facebook informierte Albaniens Premier, Edi Rama, seine Landsleute über den nahenden Beginn des Verhandlungsmarathons: Damit seien bereits "konkrete Finanzhilfen für kleine Betriebe, Familien und den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zu erwarten".

Europa-Staatsminister Michael Roth (SPD) ging aber noch von komplizierten Verhandlungen mit Nordmazedonien und Albanien aus.

Die NEOS-EU-Abgeordnete Claudia Gamon begrüßte, dass in Zeiten der Krise "auch an die Zukunft gedacht" werde.

Im Oktober war die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen vor allem am Widerstand des französischen Präsidenten Emmanuel Macron gescheitert, aber auch an den Bedenken Dänemarks und der Niederlande. Beitrittskonferenzen mit beiden Ländern sollen vorbereitet werden, die EU-Kommission habe signalisiert, sie wolle sofort damit beginnen, ein entsprechendes Mandat auszuarbeiten. "Die Staaten am Westbalkan sind nicht nur ein wichtiger Partner für die EU, sondern auch ein Garant für Stabilität und Sicherheit in der Region", sagte Edtstadler unmittelbar vor der Videokonferenz der EU-Minister.

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