Baden-Württemberg - Trump will Malaria-Medikament gegen Covid-19 einsetzen

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Kritiker warnten jedoch, dass der Einsatz eines Medikaments für einen neuen Zweck nie ohne Risiken sei.

Trump sprach von einer "echten Chance auf eine enorme Wirkung" des noch nicht zur Behandlung des Virus zugelassenen Medikaments. "Es wäre ein Geschenk Gottes, wenn es (gegen das Coronavirus) helfen würde", sagte der Präsident. Sie nahmen als Selbstmedikation Chloroquinphosphat zu sich. 30 Minuten nach der Einnahme ging es dem Paar so schlecht, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Der US-Präsident hatte bei aktuellen Pressekonferenzen immer wieder davon gesprochen, dass die Chemikalie Chloroquin in der Behandlung von Covid-19 verwendet werden könne, ein "Game Changer" sei, obwohl es bisher weder Studien, noch Forschung dazu gibt.

In Frankreich, Südkorea und China soll es Fälle gegeben haben, bei denen der Stoff erfolgreich geholfen habe.

Einem Bericht des Senders NBC zufolge lösten Trumps Äusserungen zu Chloroquin bei manchen US-Bürgern jedoch falsche Hoffnungen aus.

Der Infizierte in Arizona und seine Frau vertrauten wohl den Worten des Präsidenten und Empfehlungen im Internet, die Chloroquin als Wunderdroge verkaufen.

Der Gesundheitsdienst Banner Health berichtete auf seiner Website vom Fall eines weiteren Mannes, der nach der Einnahme von Chloroquin-Phosphat, das üblicherweise zur Reinigung von Aquarien genutzt wird, gestorben sei. Seine Frau befand sich demnach in Lebensgefahr.

Wissenschaftler hatten in den vergangenen Wochen scharfe Kritik an Trumps Medikamenten-Empfehlungen geübt. Banner Health warnte Patienten davor, sich bei Symptomen von Covid-19 selbst zu behandeln oder eigenmächtig Präparate zum Schutz vor einer Infektion einzunehmen. Einige befürchten Engpässe bei Medikamenten gegen Hauttuberkulose und Rheuma, die auf Chloroquin und Hydroxychloroquin basieren. Am Sonntag beschrieb er in einem Interview mit dem Magazin "Science" die Herausforderungen, wenn man mit Trump zusammenarbeitet. Bei den täglichen Pressekonferenzen im Weißen Haus zum Coronavirus gilt er als Stimme der Vernunft: Fauci steht fast jeden Tag neben Trump, wenn die Arbeitsgruppe des Weißen Hauses vor die Medien tritt. Und weiter: "OK, er hat es gesagt".

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