Formel-1-Notfallplan: Start erst im Juni, keine Pause

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Die Konsequenzen fielen dann mit der kurzfristigen Verschiebung nur wenige Stunden bevor beim Auftakttraining die ersten Formel-1-Motoren losheulen sollten drastisch aus. Hamilton begrüßte die Absage. "Wir alle wollen in unsere Autos steigen und Rennen fahren", teilte er mit.

Für die Entscheidung, die Melbourne-Teilnahme abzusagen, nachdem bei einem Teammitglied eine Coronavirus-Infektion bestätigt worden war, erntete McLaren viel Applaus von den Experten und Fans weltweit.

Der Formel-1-Auftakt im australischen Melbourne ist wegen des neuartigen Coronavirus abgesagt worden.

Der Deutsche Sebastian Vettel im Cockpit von Ferrari, Weltmeister Lewis Hamilton bei Mercedes und Neuling Esteban Ocon bei Renault sind drei der 20 Fahrer, die für die Formel 1 2020 feststehen. In einer Erklärung von Fia, der Formel 1 und dem lokalen Rennstreckenbetreiber. In diese Phase könnten die verschobenen Grand Prix gelegt werden.

Den Meinungsumschwung leitete offenbar die am Donnerstagabend entdeckte Infizierung eines Mitglieds des Rennstalls McLaren mit dem Corona-Virus ein.

Die FIA sagte den Teams zu diesem Zeitpunkt wohl auch zu, dass es zu einer Absage käme, die rechneten noch in der Nacht damit, aufgrund dieser Informationen kam es auch zu den weitverbreiteten ersten Medienberichten, das Rennen sei abgesagt. Dennoch hieß es kurz darauf, dass der Grand Prix trotzdem stattfinden soll - nur eben ohne Zuschauer. Allerdings wollten auch einige Teams - Mercedes, Red Bull, AlphaTauri und Racing Point - in der ersten Sitzung noch unbedingt ins GP-Wochenende starten. Haas mit vier Verdachtsfällen und Williams waren unentschieden. "Wir sind aufgestanden, zur Strecke gefahren und wussten noch nicht, wo die Reise hingeht", sagte etwa Günter Steiner, Teamchef des Haas-Rennstalls.

Brawn kann sich konkret vorstellen, dass die Formel 1 jetzt einfach einmal Pause macht. Nach Darstellung aller beteiligten Parteien soll "am Ende der Ratschlag des nationalen Gesundheitsministers" zu der Absage des Grand Prix geführt haben. "Es war eine Anhäufung von Fakten, die dagegen sprachen". Die Erkrankung des McLaren-Mitarbeiters war eine.

"Wir haben uns jetzt zunächst nur um Australien gekümmert, was die kommenden Wochen angeht, werden wir in der nächsten Zeit entscheiden", sagte Formel-1-Boss Chase Carey am Freitagmittag im Rahmen einer chaotischen Pressekonferenz.

Nicht nur Hamilton hatte am Donnerstag die Faust geballt. Kein Wunder, werden in Europa doch Sperrzonen eingerichtet und Massenveranstaltungen zur Vorbeugung verboten. Er würde alle großen Sportveranstaltungen sofort untersagen.

Wer übernimmt Verantwortung für Absage?

Eine Absage war nur eine Frage der Zeit, wurde aber lange herausgezögert. Die Formel 1 vermietet ihr Fahrerfeld für eine zweistellige Millionen-Summe an den Veranstalter. Im Gegenzug verpflichtet sie sich, am Rennprogramm teilzunehmen. Das bedeutet, dass die Rennen in den Niederlanden am 3. Mai und Spanien am 10. Mai wackeln. "Wir haben Pläne, die Saison wieder aufzubauen, und wir versuchen, so viele der verlorenen Rennen wie wir nur können, unterzubringen", erklärte Brawn.

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