Syrien: Nach Eskalation in Idlib - Türkei öffnet Grenzen für Geflüchtete | Politik

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Ankara hat Beistand von der Nato und der internationalen Gemeinschaft gefordert. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind dabei unter anderem türkische Soldaten, die sich nicht an dem Ort hätten aufhalten sollen, unter Beschuss geraten.

Update, 09.42 Uhr: Nach der militärischen Eskalation in der syrischen Provinz Idlib mit 33 getöteten türkischen Soldaten kommt der Nordatlantikrat der Nato am Freitag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen. Wie Diplomaten bestätigen, hat sich der Nato-Rat im Zusammenhang mit den Kämpfen in Syrien auch nicht mit einer Bitte der Türkei um Beistand beschäftigt. Die Regierung in Ankara machte die syrische Armee dafür verantwortlich und befahl Angriffe auf syrische Stellungen. "Wir rufen die gesamte internationale Gesellschaft dazu auf, ihre Pflichten zu erfüllen", hieß es darin.

Der Sprecher der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP, Ömer Celik, forderte, die Nato müsse an der Seite der Türkei stehen. "Wir können die Flüchtlinge nicht mehr halten". Bei einem vorherigen Angriff am Donnerstag waren drei Soldaten getötet worden. Altun teilte mit, die Türkei greife als Reaktion mit Boden- und Luftkräften "alle bekannten Ziele des Regimes" an. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief die Konfliktparteien zur Deeskalation auf. Allerdings wurde die Lage in Syrien mehrmals besprochen; die meisten Alliierten äußerten sich kritisch bis ablehnend über das türkische Eingreifen dort.

Nach den Worten von CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen droht ein Krieg zwischen der Türkei, Russland und syrischen Truppen.

Die EU forderte ein sofortiges Ende der Eskalation in Syrien. "Ohne dringendes Handeln wächst die Gefahr einer noch größeren Eskalation von Stunde zu Stunde". Es gebe keine militärische Lösung.

Der türkische Vizepräsident Fuat Oktay sagte laut Anadolu, der syrische Präsident Baschar al-Assad werde für den Luftangriff einen hohen Preis bezahlen. Assad werde als Kriegsverbrecher in die Geschichte eingehen. In der letzten Rebellenhochburg ist das syrische Militär mithilfe der Schutzmacht Russland auf dem Vormarsch. Die Situation war jüngst eskaliert. Die Türkei unterstützt in dem Gebiet islamistische Rebellen. Eigentlich gilt auch eine Waffenruhe. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte Erdogan mit der Öffnung der Grenzen gedroht. Hunderttausende sind vor der Gewalt auf der Flucht. Es hatte in der Nacht in sozialen Medien Gerüchte gegeben, dass die Türkei ihre Grenzen bereits geöffnet habe. Helfer beklagen eine katastrophale humanitäre Lage.

Im Norden Syriens hat der Konflikt zwischen den Regierungstruppen und der Türkei eine neue Stufe erreicht.

Bei Zusammenstößen zwischen syrischem und türkischem Militär waren bis zum Donnerstagmorgen in rund einem Monat bereits rund 20 türkische Soldaten in der Region getötet worden.

Der Experte warnt, dass sich die Zahl der Flüchtlinge aus Idlib binnen kurzer Zeit verdoppeln oder sogar verdreifachen könne.

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