US-Vorwahl in Nevada: Drittplatzierter Buttigieg zweifelt Ergebnisse an

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Der ehemalige Bürgermeister von New York hat es in nationalen Umfragen mit einer millionenschweren Wahlkampagne innerhalb kurzer Zeit auf die vorderen Plätze geschafft. Ergebnisse lagen dort erst mit Tagen Verspätung vor. Amtsinhaber Trump hat keine ernstzunehmende parteiinterne Konkurrenz. Obwohl am späten Samstagabend (Ortszeit) erst 22 Prozent der Wahlbezirke ausgezählt waren, war Sanders der Sieg nicht mehr zu nehmen.

Auch US-Präsident Donald Trump meldete sich im Onlinedienst Twitter zu Wort.

Vor allem der einstige Favorit Biden hätte in Nevada ein gutes Ergebnis nötig gehabt. Das gelte nicht nur für die direkte Konfrontation mit Präsident Trump, sondern auch für den nächsten US-Kongress, über dessen Zusammensetzung im November auch entschieden werde, sagte der demokratische Abgeordnete Jim Clyburn, Mehrheitsbeschaffer seiner Partei im Repräsentantenhaus.

Einer, der bislang für viel Aufsehen im Rennen sorgte, lässt die Vorwahlen in Nevada und anderen Staaten im Februar hingegen gänzlich aus: der Medienmilliardär Michael Bloomberg.

Der Senator aus Vermont, der sich selbst als "demokratischer Sozialist" bezeichnet und vor allem bei jungen Wählern gut ankommt, war als klarer Favorit in die dritte Vorwahl gezogen. Die US-Medien kommunizierten zunächst keine einheitlichen Zahlen, deutlich wurde aber der klare Vorsprung von Sanders vor dem Rest des Bewerberfeldes. Dahinter liegen die Senatorin Elizabeth Warren, der ehemalige Bürgermeister Pete Buttigieg, der Milliardär Tom Steyer und die Senatorin Amy Klobuchar. März folgt der sogenannte "Super Tuesday". Sanders reklamierte den Sieg bereits für sich: Seine "Multi-Generationen- und multikulturelle Koalition", die in Nevada gewonnen habe, werde auch "dieses Land mitreißen", sagte Sanders. Er erneuerte seine Klagen über das teure Gesundheitssystem in den USA und betonte Ziele wie die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns und höhere Steuern für die Reichen.

Der moderate Konkurrent Buttigieg, der vier Jahrzehnte jünger ist als Sanders, warnte vor einer Nominierung des Senators. Sanders glaube an eine unflexible, ideologische Revolution, die "die meisten Demokraten, ganz zu schweigen von den meisten Amerikanern, außen vor lässt", sagte Buttigieg in einem überraschend rauen Ton. "Sieht so aus, als ob Crazy Bernie im großen Staat Nevada gut abschneidet" und fügte hinzu: "Herzlichen Glückwunsch Bernie, & lass dir das nicht wegnehmen!"

Für die Zahl der Delegierten, die aus Nevada im Sommer zum entscheidenden Nominierungsparteitag zur Kür des Präsidentschaftskandidaten geschickt werden, spielt der Bundesstaat nur eine untergeordnete Rolle. In der Vorwahl in New Hampshire siegte er knapp, in Nevada nun deutlich.

Wann die Demokratische Partei in Nevada offiziell Ergebnisse verkündet, war völlig unklar. Gewählt wurde im "Caucus"-Verfahren, was deutlich komplizierter ist als eine Abstimmung per Wahlzettel". Die Demokratische Partei in Nevada will US-Medienberichten zufolge mithilfe einer Telefon-Hotline und Textnachrichten ein ähnliches Debakel bei der Übermittlung der Ergebnisse verhindern. Zunächst wurde lediglich vereinzelt über Probleme mit einer Telefonnummer für die Übermittlung der Ergebnisse berichtet. Die Nachricht kam am Tag nach Berichten mehrerer US-Medien vom Donnerstag, wonach US-Geheimdienste davon ausgingen, dass sich Russland erneut in den Wahlkampf einmischen wolle, um Präsident Donald Trump zur Wiederwahl zu verhelfen. Russland hatte sich nach Überzeugung der US-Geheimdienste bereits 2016 zugunsten des republikanischen Kandidaten Trump in den Wahlkampf eingemischt.

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