Sandsturm wütet auf Kanaren: Zehntausende Reisende hängen fest

Einstellen Kommentar Drucken

Im Südwesten Gran Canarias war bei Tasarte ein Feuer ausgebrochen. "So etwas haben wir in den letzten 40 Jahren noch nicht erlebt".

Ein Sandsturm aus der Sahara hat am Wochenende den Flugverkehr auf den Kanarischen Inseln lahmgelegt.

An den Flughäfen ging am Wochenende wegen des Sturms gar nichts mehr: Allein am Samstag mussten 280 Flüge gestrichen oder umgeleitet werden.

Die norwegische Reederei Fred Olsen, die zwischen den einzelnen Kanaren-Inseln verkehrt, musste zwischenzeitlich den Fährbetrieb auf einigen Verbindungen, zum Beispiel zwischen Lanzarote und Fuerteventura einstellen. Doch der heiße Wind aus der Wüste trug dazu bei, dass auf den Kanaren auch noch am Montag die höchste Luftverschmutzung auf der Welt gemessen wurde, wie die Onlineausgabe der spanischen Zeitung "ABC" berichtete: Laut "World Air Quality" sei die Luft derzeit in Las Palmas de Gran Canaria vier Mal schlechter als in Peking, dem globalen Spitzenreiter.

Die Sturmböen könnten Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern entwickeln, warnte die Regionalregierung. Dutzende Bewohner von Tasarte wurden in Sicherheit gebracht. Am Sonntag waren bereits rund 320 Hektar Land verbrannt. Anfliegende Maschinen wurden umgeleitet. An beiden Flughäfen auf Teneriffa wurden Feldbetten für Touristen aufgestellt, die kein Hotelzimmer mehr gefunden hatten - wegen des berühmten Karnevals sind auf der Insel gerade viele Hotels ausgebucht.

Der Flughafen von Santa Cruz de Tenerife. Alle Flughäfen auf den Kanarischen Inseln sind trotz starker Winde die immer noch Sand und Staub aus der Wüste Sahara mit sich bringen wieder geöffnet

Am Sonntagmorgen wurde der Flugverkehr dann zunächst wieder aufgenommen. Seit Sonntagmittag verschärfte sich die Lage allerdings wieder.

Die Calima hat auf den Kanarischen Inseln Zerstörung und tonnenweise Staub hinterlassen. "Wir tun alles, um die Auswirkungen der Störungen für unsere Kunden so gering wie möglich zu halten", versichert ein Sprecher der Airline.

Dem spanischen Wetterdienst Aemet zufolge soll die "Calima" genannte Wetterlage ab Montag allmählich nachlassen. Es gebe aber weiter Beeinträchtigungen, so der Betreiber Aena auf Twitter.

"Der Sturm war heftig und mit dem Sand in der Luft wurde es auf Dauer unangenehm draußen", sagte Sachert weiter. In diesen Tagen fällt "Calima" allerdings so heftig aus wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

Comments