Frankfurt: Condor bereitet sich aufs Durchstarten vor - Newsticker überregional

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Das Bundeskartellamt hat die Condor-Übernahme durch die polnische Luftfahrt-Holding PGL freigegeben.

Es bestünden keine relevanten Überschneidungen zwischen Condor und der Fluggesellschaft LOT. Die Wettbewerbshüter sehen keine relevanten Überschneidungen bei einem angekündigten Zusammenschluss des deutschen Ferienfliegers mit Lot. Das Vorhaben habe daher "zügig" freigegeben werden können.

Die staatlich kontrollierte PGL hatte in einem Bieterverfahren den Zuschlag für die einstige Tochter des insolventen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook erhalten.

Modellflugzeuge von LOT und Condor. Dabei sind nach Einschätzung des Kartellamtes keine wettbewerbsrechtlich bedenklichen Überschneidungen zu erwarten. Wie das Bundeskartellamt weiter erklärte, ergänzen sich beide Unternehmen, so dass Condor im Wettbewerb mit dem Marktführer Lufthansa in Deutschland gestärkt wird. 80 Zielen in Europa, Asien, Afrika und Amerika an, überwiegend jedoch zu den Warmwasserzielen rund ums Mittelmeer. Die Airlines bedienen also nicht dieselben Flugstrecken. Auch bezogen auf die Start- und Landerechte an einigen deutschen Flughäfen entfalle auf die Beteiligten nur eine vergleichsweise geringe Anzahl von Slots, so dass auch dort nicht von Wettbewerbsproblemen auszugehen sei. Zudem sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren 20 neue Langstreckenflugzeuge angeschafft werden.

Bislang ist das Schutzschirmverfahren über die Condor noch nicht beendet und die Gläubiger haben das Wort. Condor-Wettbewerber wie die ungarische Wizz Air haben daher Bedenken gegen das starke Engagement der polnischen Staats geäußert und eine Überprüfung der Beihilfen durch die EU-Kommission verlangt. Laut Condor wird Mitte März über den Insolvenzplan abgestimmt. Die Polen müssen mit dem nicht öffentlich bekannten Kaufpreis auch den vom deutschen Staat verbürgten KfW-Überbrückungskredit über 380 Millionen Euro nebst Zinsen zurückzahlen. Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" sperrt sich der Pensionssicherungsverein (PSV) gegen die Übernahme, falls PGL wie vorgesehen die 50 Millionen Euro Pensionslasten nicht übernimmt.

Noch fehlt allerdings die Zustimmung der Condor-Gläubiger, nachdem das Amtsgericht Frankfurt den Plan bereits genehmigt hat. Eine Condor-Sprecherin sagte zu AviationNetOnline, dass man sich über die Freigabe "freue": "Das ist ein wichtiger Meilenstein für uns". Der PSV könnte daher auf den Klageweg verwiesen werden. "Gemäß geltenden Rechts ist es allen Gläubigern, wie in jedem anderen Verfahren auch, möglich, unter Einhaltung einer vorgegebenen Frist Rechtsmittel gegen das Abstimmungsergebnis einzulegen", so die Sprecherin.

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