Bluttat in Hanau: Mann aus Regensburg unter den Toten

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Die Zahl der Menschen, die zuvor durch Schüsse an zwei Orten in Hanau starben, erhöhte sich indes von acht auf neun. So seien bei den Schüssen am Abend neun Menschen gestorben, hieß es.

Die ersten Schüsse fielen den Ermittlern zufolge gegen 22.00 Uhr. Die Polizei findet seine Leiche kurz danach in der Wohnung - neben seiner getöteten Mutter. Die Informationen deuten auf einen Suizid hin.

Nach Schüssen in Hanau sind mindestens elf Menschen ums Leben gekommen - darunter auch der mutmaßliche Täter. Kurz darauf fielen in einer weiteren Shisha-Bar Schüsse im Stadtteil Kesselstadt. Der Kurt-Schumacher-Platz liegt in einem Wohnviertel. Dort sitzen später im Frühstücksraum noch weitere Frauen versammelt, mit Tränen in den Augen.

Der zweite Tatort war fast in Laufnähe, mit dem Auto sind es bis dahin nur etwa fünf Minuten. Auch die Wohnung des mutmaßlichen Täters liegt in Kesselstadt. Eine mögliche dritte Schießerei im Stadtteil Lamboy bestätigte sich nicht. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und sicherte die Tatorte weiträumig ab.

Unter den Todesopfern sind nach ersten Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden viele Menschen mit Migrationshintergrund.

Wer ist der mutmaßliche Täter?

Das sagte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) zu Beginn der Landtagssitzung in Wiesbaden am Donnerstagvormittag. Er war demnach legal im Besitz einer Waffe und Sportschütze.

In dem Fahrzeug von Tobias R. - offenbar einem schwarzen BMW - fand die Polizei zahlreiche Schusswaffen.

Am Tatort im Stadtteil Kesselstadt laufen die kriminaltechnischen Untersuchungen. Der Mann habe wohl allein gehandelt, "bislang liegen keine Hinweise auf weitere Täter vor".

Die Ermittlungen übernahm noch in der Nacht der Generalbundesanwalt. Auf Twitter verbreitete ein Nutzer ein Video, das die Festnahme eines Tatverdächtigen zeigen soll.

Was ist das Motiv des Gewaltverbrechens?

Schon am frühen Donnerstagmorgen sagte Hessens Innenminister zum Tatmotiv, es könne "ein fremdenfeindliches Motiv durchaus geben". Es sei eine Homepage mit mutmaßlich fremdenfeindlichem Hintergrund gefunden worden. Der Generalbundesanwaltschaft stuft das Verbrechen als Verdacht auf eine terroristische Gewalttat ein. Eine Festnahme, die von einem Fotografen festgehalten wurde, hat laut Polizei nichts mit den Taten zu tun. Anwohner posteten mutmaßliche Videos vom Tatort, offenbar kurz nach der Tat aufgenommen.

In dem YouTube-Video sagt Tobias R., in den USA würden "unterirdische Militäreinrichtungen" existierten, in denen Kinder misshandelt und getötet würden. Dort würde auch dem Teufel gehuldigt. Amerikanische Staatsbürger sollen aufwachen und gegen diese Zustände kämpfen. Hinweise darauf gibt ein Video, in der er sich unter anderem negativ über Migranten aus arabischen Ländern und der Türkei geäußert haben soll. Bekennerschreiben und Video werden nun ausgewertet.

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