"It's kaputt": Klavierträger in Berlin zerstören einzigartigen Konzertflügel

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Die kanadische Pianistin Angela Hewitt trauert um "ihren besten Freund": Ihr einmaliger Konzertflügel ging beim Transport in Berlin zu Bruch. Doch auf das Glücksgefühl folgte bald der Schock: Klavierträger hatten ihren einzigartigen Konzertflügel fallengelassen.

Mit dem Flügel habe sie seit 2003 alle ihre CDs aufgenommen und viele Konzerte gespielt, schreibt Hewitt auf Facebook.

Es handele sich um einen wirtschaftlichen Totalschaden, so Hewitt, das habe mittlerweile auch der Klavierbauer bestätigt: "Die Eisenplatte ist gebrochen, ebenso wie einige andere Teile".

Hewitt hatte gerade in Berlin Aufnahmen zu einer CD mit Beethoven-Variationen beendet und plauderte noch im Regieraum mit dem Produzenten, als die Klaviertransporteure zerknirscht den Raum betraten, im Gepäck eine Hiobsbotschaft: Hewitts Flügel, eine Spezialanfertigung aus der italienischen Manufaktur Fazioli, sei beim Transport hingefallen und dabei zu Bruch gegangen.

Der äußerst seltene und kostbare F278-Fazioli-Flügel war laut Hewitt der einzige auf der Welt mit vier Pedalen. Es wäre sinnlos, sowohl wirtschaftlich wie künstlerisch, dieses Klavier wieder aufzubauen. "Es war mein bester Freund, mein Kompagnon". Die Listenpreise dieser Baureihe beginnen bei etwa 140.000 Euro, Hewitts Instrument dürfte deutlich teurer gewesen sein, vom ideellen Wert ganz zu schweigen. Sie wolle den Vorfall nicht weiter kommentieren, bis die Angelegenheit durch die Versicherung geklärt sei. Der Flügel wurde laut Hewitt so schwer beschädigt, dass eine Reparatur nicht mehr sinnvoll ist. Für Hewitt scheint das Geld allerdings unerheblich: "Ich hoffe, dass mein Klavier im Klavierhimmel glücklich sein wird", schrieb die Musikerin und postete ein YouTube-Video, auf dem es zu hören sei. In 35 Jahren sei es zum ersten Mal zu einem Zwischenfall gekommen. Zumindest sei niemand verletzt worden, schreibt sie.

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