Türkei "neutralisiert" mehr als hundert syrische Soldaten

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Zudem beschossen die türkischen Luftstreitkräfte laut dem Verteidigungsamt insgesamt 101 Objekte der syrischen Armee. Unter anderem wurden drei Panzer zerstört und ein Hubschrauber abgeschossen. "Die Operation geht weiter", hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsamtes.

BERLIN taz | Wenige Tage nach der tödlichen Eskalation zwischen der Türkei und dem Assad-Regime haben syrische Regierungstruppen fünf türkische Soldaten getötet. Bereits in der vergangenen Woche waren acht Türken durch Angriffe syrischer Regierungstruppen getötet worden.

Mit dem Vormarsch der syrischen Armee und einer Aufrüstung der Türkei im Rebellengebiet Idlib verschärft sich die Lage im Nordwesten des Bürgerkriegslandes.

Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in Syrien, wo seit fast neun Jahren Bürgerkrieg herrscht. Die Region wird von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) kontrolliert. Die Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad hätten nunmehr die Kontrolle über den gesamten Abschnitt der Autobahn M5, der durch die nordsyrische Provinz führe, erklärte der Chef der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, am Freitag. In der seit April laufenden Offensive auf Idlib, bei der Assads Truppen durch russische Luftangriffe unterstützt werden, wurden nach UNO-Angaben mindestens 1.500 Zivilisten getötet. Hunderttausende sind auf der Flucht, viele Richtung türkischer Grenze. Damit wuchs die Furcht vor einer weiteren Konfrontation zwischen syrischen und türkischen Truppen.

Augenzeugen hatten am Montag berichtet, dass die türkische Armee und die von ihr unterstützte Nationale Befreiungsfront sich auf Kämpfe mit syrischen Truppen vorbereiten.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Damaskus ein Ultimatum bis Ende Februar für den Rückzug von türkischen Stellungen gestellt.

Die Türkei hatte sich mit Syriens Schutzmacht Russland auf eine Deeskalationszone für Idlib geeinigt und dort zwölf Beobachtungsposten errichtet. Einem Bericht der Nachrichtenagentur DHA zufolge wurden die Posten mit Panzern und Raketenwerfern verstärkt.

Syrische Regierungstruppen haben eine strategisch wichtige Stadt in der umkämpften Rebellenprovinz Idlib eingenommen. Diese Abmachung scheint mit dem zunehmenden Vormarsch der syrischen Armee nichtig, die in der Region eigenen Angaben zufolge zuletzt die Kontrolle über 600 Quadratkilometer zurückgewann. Am Montag traf eine russische Delegation in Ankara ein, um über die wachsenden Spannungen in Idlib zu beraten. Gegebenenfalls könnten Kremlchef Wladimir Putin und Präsident Erdogan wieder zusammenkommen, sagte Cavusoglu.

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