Nach Kramp-Karrenbauers Rücktritt vom CDU-Vorsitz: Schwarzes Scherbengericht

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"Ich bin gespannt, ob wir den Sommer erreichen oder ob die Sehnsucht der Partei nach einer schnelleren Entscheidung nicht doch größer ist", sagte Bosbach zu BILD.

Aus dem Nichts kam die Entscheidung nicht, aber überrascht hat AKK ihre CDU mit dem Rückzug allemal.

Ob die noch an der Spitze der CDU stehende Vorsitzende auf den Rat von Markus Söder hören wird? Die CDU habe immer gesagt, dass sie "diese Legislaturperiode ordentlich zu Ende bringen" wolle, sagte sie am Montagabend in einem ARD-Interview. Sie hat von ihrer Vorgängerin Angela Merkel ein sehr schweres Erbe angetreten und wurde gleichzeitig auch noch vom Abwärtstrend der GroKo mitgerissen. Die CDU-Vorsitzende hatte zuvor ihren Verzicht auf die Kanzlerkandidatur erklärt. Zudem ist es offensichtlich, dass Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur in eine Hand gehören. Denn die Versäumnisse seien gravierender und älter, weil keine Frauen aufgebaut wurden, so Behrends auf Nachfrage des stern: "Wir haben keine Ministerpräsidentin, keine Ministerin, keine sonstige Führungsfrau, die willens wäre, diese große Verantwortung zu übernehmen".

Damit bestätigte Annegret Kramp-Karrenbauer, dass ihr Rücktritt im Zusammenhang mit der umstrittenen Ministerpräsidentenwahl in Thüringen steht. Zugleich bekräftigte er, dass er derzeit nicht an einer Kanzlerkandidatur interessiert sei. Die Partei werde allerdings nun "erstmal mit sich beschäftigt sein", gab er zu bedenken.

Nach dem angekündigten Rückzug von Parteiämtern möchte AKK Verteidigungsministerin bleiben. "Handeln im Kanzleramt sorgt nur noch für Kopfschütteln, tiefe Enttäuschung", twitterte etwa Mark Hauptmann, Chef der "Jungen Gruppe" der Unions-Bundestagsfraktion. Die Kanzlerin versuchte es dagegen "old-school": kurze Ansage ("unverzeihlich", "rückgängig" machen) und Rausschmiss (des Ost-Beauftragten Christian Hirte).

Jetzt also soll es jemand Neues richten.

Wie geht es weiter mit der Kanzlerschaft von Angela Merkel?

Nachdem Annegret Kramp-Karrenbauer am Montag die Reißleine gezogen hat, sind viele Fragen unbeantwortet.

Mahlberg sagt: "Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich Kramp-Karrenbauer nicht gewählt habe". Sein damaliger Favorit Friedrich Merz sei nicht der einzige Kandidat für Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur: "Ich sehe auch Armin Laschet und Jens Spahn im Rennen". Bis jetzt werde nur über männliche Kandidaten diskutiert, was aber nicht bedeute, das es keine weitere Kandidatin mehr geben muss: "Jedenfalls kann man der CDU nicht vorwerfen, dass wir kein weibliches Spitzenpersonal haben". "Dabei warne ich vor dem Befeuern inhaltlicher Spaltungsdebatten", sagte er dieser Zeitung. Auch er beließ es bei einem Appell an die Geschlossenheit der Partei, zu seinen eigenen Ambitionen zunächst kein Wort.

Alexander Mitsch, Vorsitzender der Werteunion in der CDU, fordert eine breitere Aufstellung der Partei, damit auch Konservative und Wirtschaftsliberale "ihre Heimat wieder bei der Union finden".

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