Liveblog zum Nachlesen: Unwetter und Sturmflut in Bremen

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Auf seinem Weg über Deutschland traf der Orkan seit Sonntagabend den Verkehr schwer, die Schäden hielten sich aber einigermaßen in Grenzen.

Auch Bahnreisende in Thüringen müssen mit Beeinträchtigungen im Zugverkehr rechnen. War es übervorsichtig, die ICE- und Intercity-Züge komplett in den Bahnhöfen zu lassen?

Offenbach/Berlin (dpa) - Das seit längerem angekündigte Sturmtief "Sabine" hat Deutschland erreicht.

Vor allem für weite Teile Bayerns und Baden-Württembergs galt am Vormittag noch die zweithöchste Unwetterwarnstufe, für einige Regionen sogar die höchste - hier war laut Deutschem Wetterdienst weiterhin "extremes Unwetter" zu erwarten. Auch der Luftverkehr war stark beeinträchtigt. "Sabine" sollte am Nachmittag auf Nordrhein-Westfalen treffen.

Vor großen Problemen standen Eltern von Schul- und Kindergartenkindern: Etliche Städte ließen den Unterricht an ihren Schulen ausfallen - darunter die Großstädte Köln, Düsseldorf, Dortmund und Bremen. Im Laufe des Montagvormittags ziehe "Sabine" über den Südosten des Landes.

In der Nacht zum Montag soll sich die Lage zuspitzen: Starker bis stürmischer Wind aus Südwest, ab den frühen Morgenstunden möglicherweise orkanartige Böen auch in den Niederungen mit einer Windstärke bis zu 120 Kilometern pro Stunde. Auch in Südbayern waren die Einsatzkräfte noch mit auf Straßen liegende Bäumen und Stromausfällen beschäftigt. Begleitet wird der Orkan vielerorts von heftigen Schauern und Gewittern."Sabine" ist laut DWD ein Winterorkan wie er etwa alle zwei Jahre vorkommt. Und er kam - was die Windgeschwindigkeiten angeht - nahe an "Kyrill" aus dem Jahr 2007 heran: Auf dem Feldberg im Schwarzwald wurden um 7.00 Uhr am Montagmorgen 177 Stundenkilometer registriert, wie der DWD mitteilte.

An den Flughäfen fielen Hunderte Starts und Landungen aus.

Bild zu Unfall-Warndreieck

Vor allem in Bayern und Baden-Württemberg würden am Dienstagmorgen noch die Folgen des Sturms zu spüren sein, teilte die Bahn am Montagabend mit.

Auch mehrere private Bahnunternehmen stellten ihren Zugverkehr am Sonntag ein. Wenn der entstandene Schaden begutachtet sei, könnten die Strecken Stück für Stück wieder freigegeben werden, hieß es am späten Sonntagabend von der Bahn. Der Fährverkehr wurde eingestellt. Schon am Samstag war der Skisprung-Weltcup in Willingen (Hessen) abgesagt worden. Die Klassik Stiftung Weimar warnte vor dem Besuch ihrer historischen Park- und Gartenanlagen. Ab dem Mittag rechne er im Norden Bayerns mit Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Stunde. Mehrere Flüsse traten wegen der starken Regenfälle über die Ufer. Am Frankfurter Flughafen wurden Flüge gestrichen. Der Fährbetrieb zwischen Dover und Calais wurde eingestellt. Nur leicht verletzt kamen sie in ein Krankenhaus.

Auch in anderen europäischen Ländern gab es Vorkehrungen. Auch für die Regionalzüge auf den Strecken Richtung Küste wurde vor Behinderungen gewarnt. Der niederländische Wetterdienst forderte Autofahrer auf, nicht mit Anhängern und Wohnwagen zu fahren.

Der Fußballverband KNVB sagte für Sonntag alle Spiele der Profiligen ab. In England wurde die für Sonntag angesetzte Partie zwischen Meister Manchester City und West Ham United angesichts der Gefahren verschoben.

Die ersten Ausläufer des Tiefs "Sabine" haben am Sonntag Sturm-Touristen an Schleswig-Holsteins Nordseeküste gelockt. Winddicht eingepackt, stemmten sich im nordfriesischen St. Peter-Ording zahlreiche Eltern mit ihren Kindern sowie Hundehalter mit ihren Vierbeinern gegen die schweren Böen. Und der nächste Sturm ist bereits im Anmarsch.

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