Corona-Virus - Weitere Todesfälle in China

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Dafür müssten aber vorbeugende Maßnahmen verstärkt werden, sagte der Chef des nationalen Expertenteams im Kampf gegen das Coronavirus, Zhong Nanshan. In Deutschland wurden am Montagabend eine elfte und zwölfte Infektion bekannt. Allen Patienten gehe es soweit gut, hieß es.

An der neuen Lungenkrankheit sind in Festland-China damit mittlerweile mehr Menschen gestorben als an der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Die Gesundheitskommission in Peking meldete am Montag den bisher stärksten Anstieg der Infektionen und Todesfälle innerhalb eines Tages.

Über Nacht stieg die Zahl der bestätigten Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus in China erneut sprunghaft. Hinzu kamen 299 Tote in Hongkong, weltweit waren es 774 Tote. Bei der Sars-Pandemie (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) 2002/2003 hatte es 349 Todesfälle in Festland-China gegeben. Schon am Mittwoch sollte die zweite rasch erbaute Klinik öffnen. Das sei im Moment noch nicht der Fall, sagte die Direktorin der WHO-Abteilung zur Vorbereitung auf Infektionsgefahren, Sylvie Briand, heute.

Februar, 10.49 Uhr: Und wieder ist die Zahl der Todesfälle um einen weiteren traurigen Rekord gestiegen. Bei dem neuen Betroffenen handelt es sich um einen weiteren Mitarbeiter eines Automobilzulieferers in Stockdorf bei München, wie das bayerische Gesundheitsministerium unter Berufung auf das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mitteilte. Die anderen beiden Infizierten in Deutschland gehören zu den mehr als hundert Menschen, die am Samstag mit einem Sonderflug aus Wuhan zurückgeholt worden waren. Dazu kommen die beiden Kinder eines Mitarbeiters.

Bei dem zweiten neu bestätigten Infektionsfall handelt es sich um ein Kind aus der Familie eines Webasto-Angestellten, bei dem der Erreger vergangene Woche nachgewiesen worden war. Zudem wurden zwei Kinder eines Erkrankten positiv auf die neue Lungenkrankheit getestet. Bei Webasto war zuvor eine infizierte Kollegin aus China zu Gast gewesen, die ihre Erkrankung erst auf dem Rückflug bemerkt hatte.

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, warnte derweil vor Panikmache: "Ich habe vor der Grippe deutlich mehr Angst - aus Sicht der Gesundheitsbehörden - als vor diesem Virus". Allerdings müssten sie auf der Isolierstation bleiben, bis sie virenfrei seien.

Rund 120 Passagiere des Fluges sind seit ihrer Rückkehr in einer Kaserne im pfälzischen Germersheim in Quarantäne.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat heute in London mit seinem britischen Kollegen Matt Hancock über die Coronavirus-Epidemie beraten. Sie könnten normal Nahrung zu sich nehmen und bekämen keine Infusionen oder andere Medikamente, sagten Ärzte des Klinikums am Sonntag bei einer Pressekonferenz. Ein weiterer infizierter Deutscher wurde auf der Kanareninsel La Gomera registriert. Er soll Kontakt zu einem in Deutschland infizierten Patienten gehabt haben.

Auch andere Länder holen ihre Staatsbürger heim. In dem Land sind bisher sechs Virus-Fälle bestätigt.

Weltweit sind rund 180 Erkrankungen in zwei Dutzend anderen Ländern bestätigt.

Länder wie die USA, Australien, Neuseeland oder Israel haben Einreisebeschränkungen für Chinesen oder Ausländer erlassen, die aus China kommen.

China übte Kritik an der Reaktion der USA: Äußerungen Trumps, die USA hätten China "enorme Hilfe" angeboten, wies eine Außenamtssprecherin in Peking zurück.

China hat seinen Staatsbürgern von Reisen ins Ausland abgeraten und bekämpft die Ausbreitung im Land mit radikalen Maßnahmen. In der Krisenregion in Zentralchina sind 45 Millionen Menschen in mehreren Städten von der Außenwelt abgeschnitten, indem die Verkehrsverbindungen gekappt wurden.

Der öffentliche Nahverkehr wurde ebenso stillgelegt - auch der Überlandverkehr mit Bussen in andere Regionen. In der Stadt Wenzhou dürfen die rund neun Millionen Einwohner nämlich nur noch beschränkt vor die Tür gehen. In der Stadt darf vorerst nur noch ein Bewohner pro Haushalt jeden zweiten Tag für Einkäufe das Haus verlassen. Die Shanghaier Börse meldete am Montag einen Kursrutsch um 7,72 Prozent und verlor damit binnen eines Handelstages 2,8 Billionen Yuan an Wert, etwa 360 Milliarden Euro.

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