Kommentar Globus wird nach Österreich verkauft - wer gewinnt, wer verliert?

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Diese Investitionen kann der Migros-Konzern nicht mehr stemmen. Es ist, wie schon länger vermutet, die Signa-Gruppe des österreichischen Investors René Benko. Dies offenbar in einem Joint Venture von je 50 Prozent. Als Flaggschiff gilt hierbei das Globus an der Züricher Bahnhofstaße. Der Immobilienteil ist es auch, der den grössten Teil des Kaufpreises ausmacht.

Nächste Woche soll der Deal, der auf rund 1 Milliarde Franken veranschlagt wird, bekanntgegeben werden.

Auch für den Globus-Chef Thomas Herbert lohnt sich der Verkauf.

Dabei ist Globus alles andere als in einem guten Zustand. Der Umsatz schrumpfte 2019 auf 763 Millionen Franken (-5,6 Prozent), das Ergebnis soll im Umfang eines zweistelligen Millionenbetrags rot sein. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass zwei weitere Berner Filialen geschlossen werden - mehr als zwölf weitere sollen möglicherweise noch folgen.

Die grossen Globus-Standorte bleiben mit hoher Wahrscheinlichkeit. Auch das Onlinegeschäft läuft nicht, wie es sollte.

Bereits am Samstag hatte die NZZ über René Benko als neuen Globusbesitzer berichtet.

Konkret sollen die Kosten für Restrukturierung und Umbau der 48 Filialen im dreistelligen Millionenbereich liegen. Als Vorbild dienen gemäss "SonntagsZeitung" das deutsche KaDeWe und die italienische Warenhauskette La Rinascente. Letztere ist im Besitz der Central Group. Bei Globus sind die Aktienverhältnisse dem Vernehmen nach gleichwertig. Er wollte das Unternehmen gemeinsam mit dem bestehenden Management und weiteren privaten Investoren übernehmen. Es ist zu vermuten, dass das Schweizer Geschäft unter die Aufsicht von Vittorio Radice kommen wird, dem Europa-Chef der Central Group. Unter Ex-Migros-Mann Berninghaus wurde 2013 auch das Modehaus Schild akquiriert. Filialen in kleineren Städten hingegen dürften die Verlierer sein.

Die Migros hat ihre Warenhauskette Globus nach Österreich verkauft - das ist folgerichtig.

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