Corona-Virus: Neue Fälle in Bayern

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Wie wird das Virus übertragen und wie kann man sich schützen? Die übrigen vier würden weiter in der Uniklinik behandelt, ohne dass ein Coronavirus-Verdacht bestehe. Die Mediziner haben das Virus 2019-nCoV auch in Stuhlproben und Rektalabstrichen gefunden, nachdem sie festgestellt hatten, dass einige Patienten allein Durchfall statt üblicherweise Fieber bekommen hatten.

Erstmals seit Ausbruch des Lungenkrankheit in China ist am 2.2.2020 auch eine Millionenmetropole außerhalb der schwer betroffenen Provinz Hubei stillgelegt worden. Sie seien deutsche Staatsangehörige und medizinisch soweit wohlauf. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte gesagt, es seien alle symptomfrei in den Flieger eingestiegen. Vom Flughafen Frankfurt wurden sie nach Germersheim in Quarantäne gebracht. Da die Erkrankung bis zu zwei Wochen nach der Infektion ausbrechen kann, ist die Quarantäne nötig.

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, René Gottschalk, warnte derweil vor Ängsten: "Ich habe vor der Grippe deutlich mehr Angst - aus Sicht der Gesundheitsbehörden - als vor diesem Virus". Weiteren Angaben zufolge hatten sich "99 Prozent" der Passagiere an den Tests beteiligt.

Die beiden Infizierten würden nun mit einem Infektionsschutzkrankentransportwagen vom Deutschen Roten Kreuz in das Uniklinikum Frankfurt gefahren. Die offizielle Gesamtzahl der Todesfälle in der Volksrepublik kletterte damit auf mindestens 425. Das Nachbarland Chinas hat acht bestätigte Infektionen.

In China sind schon jetzt mehr Menschen durch das neuartige Coronavirus ums Leben gekommen als bei der Sars-Pandemie vor 17 Jahren.

Alle bestätigten Übertragungen der Viren innerhalb Deutschlands stehen im Zusammenhang mit der Firma Webasto in Bayern: Angesteckt haben sich sieben Angestellte des Autozulieferers und das Kind eines Infizierten. Laut dem bayerischen Gesundheitsministerium wurde am Samstag ein 33-jähriger Infizierter gemeldet. In Deutschland ist das Virus bei zwölf Menschen nachgewiesen. Ein weiterer infizierter Deutscher wurde auf der Kanareninsel La Gomera registriert. Er soll Kontakt zu einem in Deutschland infizierten Patienten gehabt haben.

Hygiene

Die Zahl der bestätigten Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus ist in China erneut sprunghaft angestiegen.

Immer mehr Länder holen ihre Staatsbürger heim. Außer eigenen Staatsbürgern hat Frankreich auch Belgier, Niederländer und Dänen ausgeflogen. Die Passagiere des ersten Fluges sind für die Quarantäne in einem Feriendorf bei Marseille untergebracht worden, auch die des zweiten Fluges sollten isoliert werden.

China hat seinen Staatsbürgern von Reisen ins Ausland abgeraten und bekämpft die Ausbreitung im Land mit radikalen Maßnahmen. Für die neun Millionen Bewohner von Wenzhou wird auch beschränkt, wie oft sie vor die Tür gehen dürfen. Jede Familie könne ein Mitglied auswählen, das alle zwei Tage zum Einkaufen könne, teilte die Stadtregierung mit. "Andere sollten grundsätzlich nicht das Haus verlassen".

Hangzhou liegt etwa 750 Kilometer östlich der schwer heimgesuchten Stadt Wuhan in der Provinz Hubei, wo das Virus seinen Ausgang genommen hatte. Der öffentliche Nahverkehr wurde stillgelegt, ebenso der Überlandverkehr mit Bussen in andere Regionen.

Die G7-Staaten wollen nach Angaben von Minister Spahn über ein einheitliches Vorgehen beim Coronavirus beraten. Mit einer ungewöhnlich hohen Geldspritze von 1,2 Billionen Yuan (rund 156 Milliarden Euro) für Geschäftsbanken bemühte sich die Notenbank, den chinesischen Geldmarkt und das Bankensystem zu stabilisieren. Am Sonntagnachmittag traten in den USA neue verschärfte Reisebeschränkungen in Kraft.

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