BAFTA-Gewinner Joaquin Phoenix beklagt Rassismus

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Als Beste Hauptdarstellerinnen sind unter anderem Saoirse Ronan ("Little Women"), Charlize Theron ("Bombshell - Das Ende des Schweigens") und Scarlett Johansson ("Marriage Story") nominiert.

"Ich fühle mich zerrissen", sagte Phoenix, als er die Trophäe entgegennahm, "weil so viele meiner Schauspielkollegen, die es verdienen, nicht dieses Privileg haben". Die British Academy of Film and Television Arts war deshalb in die Kritik geraten.

Mendes erhielt im Beisein von Prinz William und Herzogin Kate auch die begehrte Trophäe als Bester Regisseur in der mit Stars aus dem Filmgeschäft gefüllten Royal Albert Hall.

Das Anti-Kriegsepos "1917" von Regisseur Sam Mendes ist in diesem Jahr der große Gewinner bei den als BAFTAs bekannten britischen Filmpreisen. Vor allem die australische Schauspielerin und Komikerin Rebel Wilson amüsierte die Gäste. "Dafür habe ich nicht die Eier", sagte Wilson - eine Anspielung darauf, dass in der Kategorie Beste Regie keine Frauen nominiert waren. Der 45-Jährige, der am Nachmittag an der Tower Bridge gegen Massentierhaltung und Klimawandel protestiert hatte, nutze seine Dankesrede für ein Statement gegen Rassismus. Das biografische Drama dreht sich um die letzten Jahre in der Karriere der Sängerin und Schauspielerin Judy Garland. Es war die einzige Trophäe für den in zehn Kategorien nominierten Film von Kultregisseur Quentin Tarantino, der die Veranstaltung mit grimmigem Blick verfolgte.

Der neuseeländische Filmemacher Taika Waititi freute sich über den Preis für das beste adaptierte Drehbuch für seine Hitler-Satire "Jojo Rabbit". "1917" wurde eine Woche vor der Oscar-Verleihung als bester Film und als herausragender britischer Film ausgezeichnet. Der südkoreanische Überraschungserfolg "Parasite" von Regisseur Bong Joon-ho erhielt zwei Baftas - für das beste Originaldrehbuch und als bester nicht-englischsprachiger Film.

Das ebenfalls zehnfach nominierte Mafia-Epos "The Irishman" ging komplett leer aus. Auch "Joker" erhielt trotz elf Nominierungen nur drei Preise - neben der Hauptrolle für die Filmmusik und das Casting.

Später äußerte sich auch Bafta-Präsident Prinz William zu der Kontroverse. "Schon wieder sprechen wir darüber, dass wir mehr tun müssen, um in diesem Sektor und bei der Preisvergabe Diversität zu gewährleisten", sagte er.

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