Aussage gegen Harvey Weinstein:Zeugin schildert mutmaßliche Vergewaltigung

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US-Schauspielerin Annabella Sciorra, 59, bekannt aus der Serie "Die Sopranos", ist eine von vier Hauptzeuginnen im Prozess gegen Harvey Weinstein, 67.

Weinstein habe sie damals nach einem Abendessen in ihre Wohnung in Manhattan gefahren, schilderte Sciorra. Wiederholt fragte sie, ob Sciorra versucht habe zu flüchten, die Polizei zu alarmieren oder nach der mutmaßlichen Vergewaltigung ins Krankenhaus gegangen sei. Dass sie damals keine Anzeige erstattete, begründete die Schauspielerin mit Verwirrung. "Ich wollte so tun, als sei es niemals passiert".

Danach habe Weinstein sie bedroht und gewarnt, dass sie niemandem von dem Vorfall erzählen dürfe. Seitdem habe sie ihn gemieden. Erst sehr viel später habe sie begriffen, dass sie vergewaltigt worden sei; und erst 2017, mehr als 20 Jahre später, habe sie sich einem Journalisten des Magazins "New Yorker" anvertraut. "Ich habe angefangen, viel zu trinken und mir selbst Schnittverletzungen zuzufügen". Während ihrer Aussage vermied Weinstein jeden Augenkontakt mit ihr.

Weinsteins Anwältin Donna Rotunno versuchte, Sciorras Darstellung zu untergraben. Laut Cheronis soll eine Zeugin Weinstein ihre neue Telefonnummer mitgeteilt haben, während eine andere darum bat, den Filmemacher ihrer Mutter vorzustellen. "Er sagte, es gebe Sorgen, dass Artikel über ihn geschrieben würden, die sein sexuelles Verhalten negativ darstellen würden", sagte Anson. Am Freitag sollte eine Psychiaterin zu dem Phänomen aussagen, dass Opfer sexuelle Aggressionen manchmal über Jahre hinweg verdrängen.

In dem bis Anfang März angesetzten Prozess wird dem Gründer des Miramax-Filmstudios zur Last gelegt, der früheren Produktionsassistentin Mimi Haleyi 2006 Oralsex aufgedrängt und 2013 die Jungschauspielerin Jessica Mann vergewaltigt zu haben.

Eigentlich ist ihr Fall schon verjährt. Inzwischen werfen mehr als 80 Frauen, darunter bekannte Schauspielerinnen wie Angelina Jolie und Salma Hayek, Weinstein sexuelles Fehlverhalten bis hin zur Vergewaltigung vor. Weinstein weist alle Vorwürfe zurück und spricht von einvernehmlichem Sex. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

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