Gudrun Pausewang (91) tot: Die Kinderbuchautorin schrieb "Die Wolke"

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Zu ihren bekanntesten Büchern zählen "Die letzten Kinder von Schewenborn" und "Die Wolke" (1987 erschienen, 2006 verfilmt). Nun ist die Schriftstellerin Gudrun Pausewang mit über 90 gestorben. Das Buch wurde ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum Bestseller.

Die Schriftstellerin lebte mehr als drei Jahrzehnte im osthessischen Schlitz, wo sie einen Großteil ihrer Bücher verfasste. Nach einem Sturz im Jahr 2016 wohnte Pausewang in der Nähe ihres Sohnes in einem Seniorenheim in der Nähe von Bamberg. Im Fall von Gudrun Pausewang ist das ihr Anti-Atomkraftsroman "Die Wolke", den die 1928 im ostböhmischen Wichstadl geborene Autorin unter dem Eindruck des Reaktorunglücks in Tschnernobyl schrieb. Letztere erzählt die Geschichte einer deutschen Familie in Böhmen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkrieg. Pausewang machte in Wiesbaden Abitur und wurde Lehrerin. Mitte der 50er-Jahre reiste sie durch Mittel- und Südamerika und lehrte mehrere Jahre lang an deutschen Schulen in Chile und Venezuela. Daneben unterrichtete sie weiterhin Grundschüler.

Nach eigenen Angaben schrieb sie mehr als 100 Bücher, knapp fünf Millionen Exemplare wurden verkauft.

Nach ihrer Rückkehr in die Bundesrepublik beschäftigte sich Gudrun Pausewang mehr und mehr mit der Zeit ihrer Kindheit und Jugend, in der "Rosinkawiese"-Trilogie oder der "Rotwengel-Saga".

Pausewang erhielt für ihr Schaffen zahlreiche Preise, unter anderem 2017 den Deutschen Jugendliteraturpreis für ihr Lebenswerk. Über die NS-Epoche sagte Pausewang: "Ich bin noch Zeitzeuge. Mein Vater war ein überzeugter Nazi und ich wurde zum kleinen Nazi erzogen".

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