Prozess begann: Staatsanwältin wirft Weinstein schwere Sexverbrechen vor

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Im jetzigen Prozess geht es um die Vorwürfe von zwei Frauen: Der einstige Filmproduzent soll eine von ihnen 2006 zum Oralsex gezwungen und die andere 2013 vergewaltigt haben. Der Verteidiger zeigte eine Reihe von Botschaften von Zeugen der Anklage, die diese nach den mutmaßlichen Taten an Weinstein geschickt haben sollen. In ihrem Eröffnungsplädoyer warf die Verteidigung den mutmaßlichen Opfern widersprüchliche Aussagen vor. Doch Weinstein weist die Vorwürfe zurück und behauptet, die sexuellen Handlungen seien einvernehmlich gewesen. Der Prozess soll bis Anfang März gehen. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft. Insgesamt hatten mehr als 80 Frauen Weinstein in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen und damit die weltweite "#MeToo"-Bewegung ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft hatte den 67-Jährigen dabei als "Sexualstraftäter und Vergewaltiger" bezeichnet, Weinsteins Team griff die Glaubwürdigkeit der Zeuginnen an. "Er widersetzte sich mit Leichtigkeit ihrer Versuche, da wegzukommen".

Schließlich beschrieb die Anklägerin auch den Fall von Schauspielerin Jessica Mann und wie Weinstein gegen ihren Willen Oralverkehr an ihr ausgeübt und auch sie vergewaltigt haben soll. Er habe mit dem Versprechen von großen Rollen in seinen Filmen versucht, sie gefügig zu machen. Nach seinen Übergriffen habe er "seine Macht in der Unterhaltungsindustrie dazu genutzt, ihr Schweigen sicherzustellen", so Hast.

Während Hast über die mutmaßlichen Opfer in dem aufsehenerregenden Fall sprach, wurden auf einem großen Bildschirm im Gerichtssaal Fotos der Frauen gezeigt.

"Alles, was Frau Hast Ihnen gerade erzählt hat, sind keine Beweise. Sie war nicht da", sagte er. Weinstein sei kein "meisterhafter Manipulator" gewesen. Die Nachricht ist demnach mit "Peace & Love" ("Frieden und Liebe") unterschrieben.

Am heutigen Donnerstag soll Schauspielerin Annabella Sciorra aussagen. Weinstein sei nicht der Aggressor gewesen - "ziemlich genau das Gegenteil", so Cheronis. Weinstein verhielt sich während des Plädoyers äußerlich ruhig, schaute manchmal Richtung Boden oder sagte etwas zu einer Mitarbeiterin seines Teams.

Der ehemalige Filmproduzent war zuvor ohne seine Gehhilfe - anders als in den vergangenen Wochen - in den Gerichtssaal in Manhattan gekommen. Weinsteins Hauptanwältin Donna Rotunno hatte bereits im Vorfeld ihre Strategie angedeutet, wonach sie bei der Jury Zweifel säen will, dass die Frauen wirklich Opfer des heute 67-Jährigen waren.

"Harvey Weinstein war der Typ, der die Schlüssel für das Schloss hatte, in das jeder rein wollte".

Erwartet wird ein harter Kampf zwischen Anklage und Verteidigung um die Glaubwürdigkeit der Zeuginnen. "Und die Leute haben ihn benutzt und benutzt und benutzt", hatte sie dem Magazin "Variety" gesagt. Die Verteidigung hatte zuletzt die aufgeheizte Stimmung vor dem Gericht und eine angebliche Vorverurteilung ihres Mandanten beklagt. In den folgenden zwei Wochen wurden die zwölf Geschworenen ausgewählt, sieben Männer und fünf Frauen. Kurz danach eröffnete Richter James Burke die Sitzung, die nun in den inhaltlichen Teil startet.

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