Hackerangriff auf Amazon-Chef: Saudischer Kronprinz soll Bezos ausspioniert haben

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Im März letzten Jahres schrieb dann der Sicherheitschef von Jeff Bezos in einem Artikel für das US-Magazin "Daily Beast", die Untersuchung lasse vermuten, dass das saudische Königshaus hinter dem Leck stecken könnte.

Der Kronprinz von Saudi Arabien soll das Handy des Amazon-Chefs gehackt haben - mit einer Whatsapp-Nachricht.

Der Guardian schreibt, dass Schadcode in einem Video versteckt gewesen sein soll, das Mohammed bin Salman an Jeff Bezos schickte. Der Auslöser: Eine WhatsApp-Nachricht von Mohammed bin Salman.

Bin Salman soll Bezos' Handy gehackt haben. Nach den Ergebnissen einer digitalen forensischen Analyse habe eine schadhafte Videodatei das Handy infiziert. Saudi-Arabien hatte auch stets bestritten, dass es das Telefon von Bezos im Visier hatte. Der "National Enquirer" hatte behauptet, er habe die intimen Textnachrichten und Bilder vom Bruder von Bezos' Geliebter erhalten. Dieser engagierte sofort Privatermittler, um in Erfahrung zu bringen, wie diese Informationen an den "Enquirer" gelangen konnten. (AMI). Dessen Chef, David Pecker soll enge Beziehungen zur saudischen Staatsspitze pflegen. In einem offenen Brief warf er dem "National Enquirer" einen Erpressungsversuch vor. Bezos Sicherheitsberater erklärte schließlich, dass Saudi-Arabien die Inhalte direkt vom Smartphone des Amazon-Chefs abgegriffen hätten.

Amazon-Milliardär Jeff Bezos ist offenbar Opfer eines Hackerangriffs geworden.

Jeff Bezos selbst sagte aus, dass er vom "National Enquirer" mit Nacktbildern erpresst worden sein.

Pecker geriet schon einmal in die Kritik, nachdem er im US-Wahlkampf 2016 die Affären seines Freundes, des heutigen US-Präsidenten Donald Trump, aus den Schlagzeilen hielt, obwohl der "National Enquirer" die Exklusivrechte an der Geschichte eingekauft hatte.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, inwieweit es auch eine Verbindung zwischen dem Spionagefall und der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi gibt.

Der Bericht dürfte sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft für Wirbel sorgen: Nur fünf Monate vor dem mutmaßlichen Hackerangriff war der saudische Journalist Jamal Khashoggi in der saudi-arabischen Botschaft in Istanbul ermordet worden. Immerhin war dieser auch für die Washington Post tätig, die sich im Besitz Bezos' befindet.

Der saudische Kronprinz soll ein möglicher Auftraggeber für den Mord an Khashoggi sein. Im Dezember verurteilte ein saudi-arabisches Gericht acht Personen wegen Beteiligung an dem Mord nach einem geheimen Prozess, der von Menschenrechtsexperten kritisiert worden war.

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