Trump: Khamenei soll "sehr vorsichtig mit seinen Worten" sein

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"Der sogenannte ‚Oberste Führer' des Iran, der in letzter Zeit nicht mehr so ein oberster war, hatte einige unangenehme Dinge über die Vereinigten Staaten und Europa gesagt. Er sollte seine Worte sehr vorsichtig wählen!", schrieb Trump auf Twitter.

Im Konflikt mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump eine scharfe Warnung an die Führung in Teheran gerichtet.

Der Reihe nach: Khamenei hatte zum ersten Mal seit acht Jahren wieder das traditionelle Freitagsgebet geleitet.

Chamenei hatte in seinem Freitagsgebet in Teheran den drei europäischen Unterzeichnerstaaten des internationalen Atomabkommens - Deutschland, Frankreich und Grossbritannien - Feigheit vorgeworfen. "Sie lügen, auch wenn sie zum iranischen Volk stehen würden, dann nur, um einen giftigen Dolch in die Brust des iranischen Volkes zu stoßen", sagte Khamenei und forderte die Iraner auf, keine Kompromisse mit dem Ausland einzugehen, sondern selbst stark zu werden.

Die drei Staaten hatten am Dienstag angesichts fortgesetzter Verstösse des Iran gegen das Atomabkommen den Streitschlichtungsmechanismus aktiviert, der im Falle eines Scheiterns mit der Wiedereinführung von UN-Sanktionen gegen Teheran enden könnte.

Khamenei warf den europäischen Vertragspartnern vor, den Streitschlichtungsmechanismus mit dem Ziel aktiviert zu haben, den Tod des ranghohen iranischen Generals Qassem Soleimani durch einen US-Drohnenangriff Anfang Januar in Bagdad zu "überschatten". US-Präsident Donald Trump ordnete am 8. Mai 2018 einen einseitigen Ausstieg aus dem Abkommen an und ließ den Iran wieder mit harten Sanktionen belegen. "Wir sollten nicht vergessen, dass sowohl Deutschland als auch Frankreich den Irak im Krieg gegen uns (1980-88) unterstützt haben", sagte der Ayatollah.

Ajatollah Ali Chamenei, Irans oberster Führer, winkt während der Freitagsgebete vor seiner Predigt den Gläubigen zu. Allerdings verstößt Iran als Reaktion auf das amerikanische Vorgehen inzwischen offen gegen das Abkommen, das Teheran am Bau einer Atombombe hindern soll. "Wir haben keine Angst vor diplomatischen Verhandlungen", sagte er dabei. Deutschland, Frankreich und Großbritannien hätten mit ihrem Verhalten - dem Anstoßen des Vermittlungsprozesses im Atomabkommen - gezeigt, dass auch auf sie kein Verlass sei.

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