Stellvertreterkrieg in Libyen: Wer kämpft gegen wen - und warum

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"Wir haben einen Sicherheitsplan vorgelegt, der den Abzug aller ausländischen Kämpfer vorsieht, gleich welcher Nationalität", sagte Salamé in einem Interview, das die arabische Zeitung "Al-Sharq al-Awsat" am Samstag veröffentlichte. Fachleute müssten beraten, wer daran teilnehme, "etwa die EU oder die Afrikanische Union oder die Arabische Liga". Das Land gilt als wichtigstes Transitland für Migranten, die über das Mittelmeer in die EU gelangen wollen. "Er hat zugesagt - unabhängig davon, dass er die Waffenstillstandsvereinbarung Anfang der Woche in Moskau nicht unterschrieben hat - den Waffenstillstand einzuhalten".

"Wir würden eine Schutztruppe begrüßen, nicht weil wir als Regierung beschützt werden müssten, sondern zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung, die seit neun Monaten ständig bombardiert wird", erklärte Sarraj. Allein beim Angriff auf ein Flüchtlingslager am Rand der Hauptstadt seien im Sommer etwa 50 Flüchtlinge getötet worden. Der Konflikt dehne sich immer weiter aus und gleiche zusehends Syrien, sagte ein Beamter des US-Außenministeriums nach Angaben von Journalisten, die Außenminister Mike Pompeo nach Berlin begleiteten.

Der libysche Regierungschef spricht sich für den Einsatz ausländischer Truppen in seinem Land aus. Der UN-Gesandte für Libyen, Ghassan Salame, hofft, dass die Häfen schon in wenigen Tagen wieder geöffnet werden.

Pompeo landete am Samstagabend in Deutschland, wie seine Sprecherin Morgan Ortagus auf Twitter mitteilte.

Erwartet werden unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, Russlands Staatschef Wladimir Putin und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Danach soll es einen Waffenstillstand geben, und das UN-Waffenembargo soll eingehalten werden. Nötig sei zudem die Beteiligung beider Konfliktparteien an den von den Vereinten Nationen vorgeschlagenen Dialogformaten, sagte der SPD-Politiker vor einer unangekündigten Reise zu Haftar nach Bengasi im Nordosten Libyens. Damit erhöhte Haftar den Druck kurz vor dem Treffen in Berlin.

NOC-Chef Mustafa Sanella hatte zuvor gewarnt, die Öl- und Gasbranche sei "lebenswichtig" für die libysche Wirtschaft. Dieses sei "die Existenzgrundlage der Libyer". Das Land hat sich durch das Kriegsgeschehen mit Willkürherrschaft und Schwäche der staatlichen Institutionen in den vergangenen Jahren außerdem zu einem der wichtigsten Transitstaaten für Flüchtlinge auf dem Weg Richtung Europa entwickelt. Die Türkei steht in dem Konflikt an der Seite der Einheitsregierung. Die Türkei hat Truppen nach Libyen entsandt, um die international anerkannte Regierung der Nationalen Übereinkunft (GNA) in Tripolis zu unterstützen.

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