Künstler Oswald Oberhuber 88-jährig gestorben

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Der in Meran geborene Oswald Oberhuber besuchte von 1945 bis '49 die Bundesgewerbeschule in Innsbruck. Ab 1973 war Oberhuber als Professor, von 1979 bis 1987 und von 1991 bis 1995 als Rektor der Hochschule für angewandte Kunst tätig, wo er für nachhaltige Reformen sorgte.

Im Alter von 88 Jahren ist er nun gestorben.

2004 erhielt Oberhuber das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Die Auszeichnung ist für jene reserviert, "die sich durch besonders hochstehende schöpferische Leistungen auf dem Gebiet der Wissenschaft und der Kunst allgemeine Anerkennung und einen hervorragenden Namen erworben haben".

Bundespräsident Alexander Van der Bellen würdigte Oberhuber: "Oswald Oberhuber, ein großer Künstler, ein kritischer Geist, ein bewunderter Lehrer hat uns für immer verlassen". Österreich verliere mit Oberhuber einen außergewöhnlichen und wertvollen Künstler und Menschen. Das gelang Oberhuber trotz seinen jahrelangen Bemühungen nicht. "Sein hohes Ansehen und sein großes künstlerisches Können haben Oswald Oberhuber zu einer zentralen Persönlichkeit im intellektuellen Leben Österreichs werden lassen". "Seine Stimme war nie parteipolitisch, sondern im Sinne der Demokratie und der künstlerischen Freiheit maßgeblich", betont Lunacek in einer ersten Reaktion. "Sein verschmitztes Lachen, seine Großzügigkeit, sein Kunstverständnis werden schmerzlich fehlen", so die Vorsitzende des Kulturausschusses im Nationalrat und ehemalige Mitarbeiterin von Oberhuber an der damaligen Hochschule für angewandte Kunst, die grüne Abgeordnete Eva Blimlinger. "Er hat mich auf den Weg zur zeitgenössischen Kunst gebracht". Als Künstler hat er ein umfangreiches und vielfältiges Werk hinterlassen und die österreichische Kunst nach 1945 geprägt. "Gleichzeitig erfüllt uns sein Wirken, insbesondere an unserer Universität, stets mit großer Dankbarkeit".

Oberhuber war auch ein großer Mäzen der Angewandten, schenkte der Institution rund 1200 Werke aus allen Bereichen der bildenden und angewandten Kunst, mehrheitlich Werke von einstigen Lehrenden oder Studierenden der Angewandten. Beispielsweise gelangten durch diese Schenkungen Werke von Josef Hoffmann, Friedl Dicker-Brandeis, Erika Giovanna Klien und Franz West in die Kunstsammlung, die auch ein beachtliches Konvolut von Oberhubers Arbeiten ihr Eigen nennt, insgesamt 300 Werke.

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