Tolkiens Sohn und Nachlassverwalter Christopher gestorben

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Der dreiteiligen Verfilmung von "Herr der Ringe" von Peter Jackson, der zu einem Tolkien-Boom geführt hatte, stand Christopher Tolkien skeptisch gegenüber: Sie werde den Büchern seines Vaters nicht gerecht, erklärte er. Doch das bis dato veröffentlichte Material war nicht das letzte, das der berühmte J.R.R. R. R. Tolkien von Hobbits und Mittelerde erzählte.

Aus dem Nachlass seines Vaters arbeitete Christopher Tolkien zahlreiche Notizen und Entwürfe aus, die 1977 als "Das Silmarillion" veröffentlicht wurden, drei Jahre später folgte "Nachrichten aus Mittelerde". Er lebte seit den Siebzigerjahren in Frankreich, wo er in dieser Woche 95-jährig verstarb. Wiederum zehn Jahre später wurde "Beren und Luthien" von ihm herausgebracht.

Der britische Schriftsteller und Sprachwissenschaftler John Ronald Reuel Tolkien schuf die Fantasy-Welterfolge "Der Hobbit" und "Der Herr der Ringe".

Tolkiens Sohn konnte sich mit dem Erfolg lange nicht anfreunden: "Tolkien ist ein Monster geworden, das von seiner eigenen Popularität verschlungen wird", urteilte Christopher Tolkien in der französischen Zeitung "Le Monde" fast 40 Jahre nach dem Tod des Vaters. Die Kommerzialisierung habe vom ästhetischen und philosophischen Gehalt des Werkes nichts übrig gelassen, soll er gesagt haben.

Die Tolkien Society gab den Tod am Donnerstag bekannt. Deren Vorsitzender Shaun Gunner sagte in einer Mitteilung auf der Webseite der Vereinigung: "Millionen Menschen auf der ganzen Welt werden Christopher für immer dankbar sein".

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