Wegen Pannenflieger Boeing 737 MAX: US-Finanzministerium warnt vor wirtschaftlicher Abschwächung

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Boeing schrieb in einer Pressemitteilung, die Nachrichten seien "komplett inakzeptabel" und und würden das Unternehmen nicht widerspiegeln.

Sie verlangen vom Flugzeugbauer deswegen Entschädigungen.

Aus vielen der Mails und anderen Kurznachrichten, die Boeing in der Nacht zum Freitag veröffentlichte, spricht Verachtung für das Boeing-Management, aber auch für die US-Luftfahrtaufsicht FAA und andere Genehmigungsbehörden. "Würdest du deine Familie in ein Flugzeug stecken, dessen Piloten an einem MAX-Simulator geschult wurden?"

"Nach sorgfältiger Prüfung sind wir zuversichtlich, dass alle Max-Simulatoren von Boeing einwandfrei funktionieren", sagte er und fügte hinzu, dass die in diesen Meldungen genannten Probleme "bereits früh in der Lebensdauer dieser Simulatoren aufgetreten sind".

Kurz vor Weihnachten trat Dennis Muilenburg nach heftiger Kritik als amtierender Präsident von Boeing zurück.

"Dieses Flugzeug wird von Clowns entworfen, die wiederum von Affen beaufsichtigt werden", habe ein Boeing-Mitarbeiter in einer Sofortnachricht geschrieben, so Reuters. Und in einer Nachricht vom Mai 2018 sagte ein namenloser Boeing-Mitarbeiter: "Gott hat mir immer noch nicht vergeben, was ich letztes Jahr gedeckt habe". Künftig soll der bisherige Verwaltungsratsvorsitzende David Calhoun den Konzern führen. "Seither haben sowohl interne als auch externe Experten die fraglichen Simulatoren immer wieder getestet und qualifiziert", heisst es vonseiten des amerikanischen Flugzeugherstellers.

"Tatsächlich wurden seit Anfang 2017 mehr als zwanzig behördliche Qualifizierungen von Max-Simulatoren durch die FAA und mehrere internationale Regulierungsbehörden durchgeführt", heißt es von Boeing. Die Protokolle einer Besprechung zeigen sogar, wie vorsichtig Boeing bei der Kommunikation über MCAS vorging, das bei beiden Abstürzen involvierte Flugkontrollsystem.

"Hochgradig verstörend" sei das, was Boeing kurz vor den Feiertagen der Aufsicht und dem US-Kongress da vorgelegt habe, stach eine Quelle an Nachrichtenagenturen durch. Es wurde offenbar versucht, die Tatsache unter Verschluss zu halten, dass es sich um ein neues System handelte, um den Bedarf an zusätzlichem Training zu minimieren. "Du kannst 30 Jahre keine NG mehr geflogen sein und trotzdem in eine Max springen?" Der Kollege habe dies auch verneint, schreibt die "New York Times".

Boeing erklärte zum Bekanntwerden der internen Dokumenten, einige davon würden sich auf die Entwicklung von Boeings MAX-Flugsimulatoren in den Jahren 2017 und 2018 beziehen.

Nur eine Vorgabe: 737NG-Piloten sollten ohne teure Simulatortrainings auch die 737 MAX fliegen dürfen. Wann eine Wiederinbetriebnahme jedoch erfolgt, ist nach aktuellem Stand noch unklar.

Zwei Boeing 737 MAX stürzten 2018 und 2019 nach technischen Problemen ab, 346 Menschen verloren dabei ihr Leben. So erkannten laut The Verge zwei Piloten einen Fehler nicht, der zum Absturz zweier Maschinen und dem anschließenden Flugverbot führte.

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