Unternehmen: Telefónica hinkt bei 4G-Versorgung deutlich hinterher

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Zu Beginn des neuen Jahres stehen die Betreiber auf dem Prüfstand.

Bonn - Ob beim Pendeln im Zug oder in kleineren Dörfern auf dem Land: Vielerorts in Deutschland können Handynutzer nur davon träumen, stabil im Internet zu surfen. Für Vodafone und die Deutsche Telekom lässt sich das weitgehend bejahen, doch der dritte deutsche Netzbetreiber, Telefónica, hinkt hinterher.

Etwa 98 Prozent der Haushalte dürften nicht viel mehr als eine 70-Prozent-Abdeckung der Fläche in Deutschland umfassen, was aber auch Wälder und Gewässer umfasst.

Letzteres liegt weit unter den Vorgaben für das LTE-Netz, die die Netzbetreiber zum Jahreswechsel zu erfüllen hatten: Der Bund hatte die Unternehmen verpflichtet, bis dahin 98 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 50 MBit pro Sekunde zu versorgen. Von Telefónica heißt es, man könne die Auflagen wohl zumindest bis Ende 2020 erfüllen. Bei dieser "Operation am offenen Herzen" habe man sich zunächst darauf konzentriert, die Netzqualität der Kunden zu steigern, und hätte den LTE-Ausbau parallel stemmen müssen, sagte eine Sprecherin. Ende 2021 sollen in jedem Bundesland 99 Prozent der Haushalte mit schnellem LTE versorgt sein.

Pro Bundesland liegt die verpflichtende Quote bei 97 Prozent, damit gut abgedeckte Stadtstaaten nicht gegen Bundesländer mit großen Funklöchern aufgerechnet werden können.

Vor allem bei dieser Vorgabe haperte es aber: Nicht einmal Telekom und Vodafone konnten sie vollständig erfüllen. Man werde in den nächsten Wochen mit eigenen Messwagen durch alle Bundesländer fahren, um die Angaben der Betreiber zu überprüfen. Das liege daran, dass häufig Tunnel oder andere bauliche Hürden den Ausbau erschwerten, wie ein Sprecher der Netzagentur erklärte. Für den Otto-Normal-Verbraucher ist der flächendeckende 4G-Ausbau aber bislang deutlich relevanter, da nur die allerwenigsten Handys überhaupt 5G-fähig sind.

"Wir setzen alles daran, dass die Unternehmen von uns ermittelte Defizite bei der Erfüllung unserer Auflagen zügig beheben".

Telefónica kann nach eigenen Angaben die LTE-Versorgungsauflagen der Bundesnetzagentur mit Frist zum Jahresbeginn nicht einhalten. Sanktionen - wie etwa Bußgelder - seien nicht ausgeschlossen, so Homann: "Die Bundesnetzagentur wird sie dann einsetzen, wenn sie dem Ziel einer Verbesserung der Versorgung dienen". Auch Unionsfraktionsvize Ulrich Lange forderte die Behörde auf, jetzt "konsequent und zügig" zu handeln. Seitdem haben die Unternehmen das Ausbautempo spürbar erhöht, resümiert die Bundesnetzagentur.

Telefónica hat in diesem Zusammenhang betont, das unternehmensspezifische Besonderheiten vorgelegen haben, die zu Verzögerungen beim Netzausbau geführt hätten. Bereits bei der Vergabe der LTE-Funklizenzen wurde es den Bietern offengelassen, bis zu zwei Prozent der Haushalte auszusparen.

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