Luftfahrt: Airbus liefert erstmals seit 2011 wieder mehr Flugzeuge als Boeing

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Unterdessen wurde bekannt, dass der europäische Flugzeugbauer Airbus im vergangenen Jahr so viele Flugzeuge ausgeliefert hat wie nie zuvor und damit den Erzrivalen Boeing als weltgrößten Hersteller abgelöst hat. Insgesamt lieferte Airbus 863 Verkehrsflugzeuge aus und damit 8 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Freitagabend in Toulouse mitteilte. Bis Ende November kam Boeing auf 345 ausgelieferte Maschinen.

Boeing steht seit den Abstürzen von zwei Flugzeugen des Typs 737 MAX in einer tiefen Krise.

Auch bei den Neubestellungen lag Airbus im vergangenen Jahr vorn. Der Konzern sammelte im abgelaufenen Jahr nach Abzug von Stornierungen Aufträge über 768 Jets ein, 21 mehr als im Vorjahr. Boeing kam bis Ende November sogar auf mehr Stornierungen als Neuaufträge! Das Minus im Auftragsbestand belief sich auf 84 Flugzeuge.

Der von Boeing gefeuerte Vorstandschef Dennis Muilenburg verlässt den krisengeplagten US-Flugzeugbauer mit 62 Millionen Dollar.

Wegen des vorübergehenden Produktionsstopps für die Boeing 737 MAX kündigt der Flugzeugzulieferer Spirit AeroSystems 2.800 Mitarbeiter.

Wann das Flugverbot aufgehoben wird, ist weiterhin offen. Die 737 Max sei "von Clowns designt, die von Affen beaufsichtigt werden", schrieben Boeing-Angestellte in den gestern von US-Kongressabgeordneten veröffentlichten Mails. Das Ausreizen des technischen Möglichen ging bei den Amerikanern aber schief und führte nach bisherigen Erkenntnissen mit zu den tödlichen Abstürzen.

Auch Airbus konnte sein ursprüngliches Auslieferungsziel 2019 nicht halten. Grund dafür war die neue Kabinenausstattung des Airbus A321neo, der Langversion der A320neo. Hinzu kamen 48 Maschinen vom kleineren Typ A220, der ursprünglich als Bombardier C-Serie entwickelt worden war, 112 Langstreckenjets vom jüngsten Typ A350, 53 des älteren Modells A330 und acht doppelstöckige A380. Sein Nachfolger David Calhoun tritt den Posten in der kommenden Woche an.

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