Beat kopiert: Streit zwischen Pelham und Kraftwerk bleibt schwierig

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Nach zwei Jahrzehnten der Rechtsfindung kommt es jetzt eventuell zu einer Entscheidung.

In diesem Streit geht es um zwei Sekunden!

Ein Rechte-Streit zwischen dem Frankfurter Musikproduzenten Moses Pelham und der Elektropop-Gruppe Kraftwerk um einen zweisekündigen Rhythmus bleibt vertrackt. Pelham hatte ungefragt einen Beat der Kraftwerker verwendet und ihn als Endlosschleife unter den Song "Nur mir" von Sabrina Setlur gelegt, ein im Rap und Hip-Hop üblicher Vorgang.

Ralf Hütter, Mitbegründer von Kraftwerk, klagt gegen das Sample, weil er in der Verwendung des Beats aus dem Song "Metall auf Metall" aus dem Jahr 1977 einen Diebstahl sieht.

Der Kraftwerk-Musik war mit seien Klage vor dem Bundesgerichtshof (BGH) im Jahr 2012 zunächst erfolgreich.

Nun muss der BGH beide höchstrichterlichen Vorgaben und seine eigene Auffassung unter einen Hut bringen. Das Bundesverfassungsgericht hob dieses Urteil allerdings 2016 wieder auf und verwies das Verfahren zurück an den BGH. Die Verfassungsrichter begründeten dies damit, dass die Kunstfreiheit verletzt worden sei.

2017 legte der BGH daraufhin den Fall dem Europäischen Gerichtshof vor.

Der EuGH entschied im Juli 2019 in einem Grundsatzurteil, dass Sampling auch eines sehr kurzen Stücks grundsätzlich eine Vervielfältigung darstellt, die der Erlaubnis des Tonträgerherstellers bedarf. Doch wie etwa die Süddeutsche berichtet, ist damit wohl erst in den nächsten Wochen zu rechnen - eine erneute Anrufung des Oberlandesgerichtes ist nach Meinung der Anwälte scheinbar auch denkbar.

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