Nick Heubeck von den Bamberger Fridays for Future kritisiert Siemens Geschäftspolitik

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Das Ringen um die umstrittene Lieferung einer Siemens-Signalanlage für ein Kohlebergwerk in Australien geht in die Schlussrunde.

"Es ist klar, dass diese Entscheidung nicht einfach ist", sagte Kaeser. Die Teilnehmer marschierten vom Freiburger Konzerthaus am Hautbahnhof zur Siemens-Filiale. Neubauer habe darauf "überrascht" reagiert. "Ich möchte, dass die Jugend aktiv sich beteiligen kann".

Er unterstütze Fridays for Future. Neubauer wollte sich zunächst nicht vor Journalisten zu dem Gespräch mit Kaeser äußern. Sie erwarte einen Verzicht auf das Geschäft. Während die ganze Welt über die Brände in Australien spreche, werde dort "ein riesiger Klimakiller gebaut", sagte sie am Freitag im Fernsehsender n-tv. Sie haben Siemens aufgefordert, aus dem Projekt auszusteigen. "Wir werden zügig entscheiden, wie wir mit dieser konfliktären Interessenlage umgehen", sagte Vorstandschef Joe Kaeser nach einem Treffen mit der Klima-Aktivistin Luisa Neubauer am Freitag in Berlin. Mit einer 24-stündigen Mahnwache im Anschluss an ihren wöchentlichen Klimastreik wollen etwa die Aktivisten in München ein Zeichen gegen die geplante Beteiligung des Konzerns am Bau der Carmichael-Mine des indischen Adani-Konzerns in Queensland setzen, wie sie am Mittwoch erklärten.

In Deutschland sind für Freitag laut Heubeck rund 30 Aktionen von Fridays for Future geplant, die allerdings nicht alle einen direkten Bezug zu Siemens haben. Als es die ersten Proteste gab, hatte sich Konzernchef Joe Kaeser Mitte Dezember geäußert und gesagt, man stelle das Projekt auf den Prüfstand. Aus Unternehmenskreisen hieß es aber, dass Siemens nach letzten Gesprächen mit verschiedenen Interessenvertretern womöglich noch zum Ende der Woche eine Entscheidung zum Projekt treffen könnte. Siemens soll die Signalanlage liefern. Das Werk wäre verheerend für den Kampf, die Erderwärmung zu begrenzen, sagte der Aktivist Christian Slattery (Australian Conservation Foundation). Durch den Bau werden Land und Kulturstätten australischer Ureinwohnerinnen und Ureinwohner zerstört.

Kohle gilt als besonders umweltschädliche Art der Energiegewinnung.

Umweltschützer kritisieren das Projekt. Auch die australischen Grünen haben dagegen protestiert.

Das Projekt stößt - auch vor dem Hintergrund der Buschfeuer in Australien - auf erbitterten Widerstand von Organisationen wie "Fridays for Future" (FFF). Zum Transport der Kohle nach Asien sollen jährlich über 500 Kohletanker durch das Great Barrier Reef fahren, was zu Beschädigungen dieses UNESCO-Weltnaturerbes führt.

Adani plant eine Zugstrecke Richtung Hafen, dafür würde Siemens-Technik genutzt. 50 Arbeitsplätze würden vor Ort geschaffen. Es gibt zum Teil schon eine Zugverbindung von anderen Bergwerken.

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