Großbritannien: Umfrage prognostiziert deutlichen Sieg für Johnson - Schlaglichter

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Damals hatten die Tories unter der früheren Partei- und Regierungschefin Theresa May ihre absolute Mehrheit im Parlament eingebüßt. Zudem hatte er Johnson und den Vorsitzenden der Brexit-Partei, Nigel Farage, zu einem Schulterschluss aufgefordert. Und wenn man der aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die "Times" glaubt, sieht alles nach einem Sieg für Premierminister Boris Johnson und seine konservative Tory-Partei aus. Die Tories können nach der letzten Umfrage sogar wieder alleine im Unterhaus regieren. Damit würden sie sich die absolute Mehrheit sichern. Labour käme den Angaben zufolge nur noch auf 211 Sitze im britischen Parlament, das wären 51 weniger als bisher. Die Schottische Nationalpartei (SNP) von Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon könnte demnach acht Sitze dazugewinnen und künftig 43 Abgeordnete stellen. Die Liberaldemokraten kommen auf ein zusätzliches Mandat, die walisische Partei Plaid Cymru bleibt bei vier Sitzen, die Grünen bei einem. Sollte es bei der Wahl keine klare Mehrheit geben, drohe ein weitere Blockade. Großes Thema im Wahlkampf ist auch der marode staatliche Gesundheitsdienst NHS.

In der ersten großen TV-Debatte zwischen Johnson und Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte der Premier seinem Herausforderer mehrfach vorgeworfen, in der Brexit-Frage keine klare Position zu beziehen.

Das wichtigste Wahlversprechen der Konservativen ist, den EU-Austritt bis zum 31.

Das vorausgesagte schlechte Abschneiden von Labour wird denn auch vor allem Corbyn selbst angelastet: An dem Alt-Linken scheiden sich die Geister. Viel Kritik brachte ihm ein, dass er spät seine Haltung zum Brexit dargelegt hat. Der 70-Jährige räumte ein, dass Disziplinarverfahren gegen antisemitische Parteimitglieder zu langsam und zaghaft betrieben worden seien.

Großbritannien hat ein Mehrheitswahlrecht: Nur wer in einem der 650 Wahlkreise die Mehrheit holt, bekommt auch den entsprechenden Sitz im Parlament.

Die YouGove-Umfrage wird als recht zuverlässig eingestuft: Sie hatte 2017 ein Parlament ohne klare Mehrheitsverhältnisse vorausgesagt - was sich als richtig erwies. Prognosen können daher leicht daneben liegen und einige wenige Wahlkreise unter Umständen das Zünglein an der Waage sein. Befragt wurden innerhalb von sieben Tagen 100.000 Menschen, berücksichtigt wurden bei der Auswertung unter anderem Alter, Geschlecht und lokale politische Gegebenheiten.

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