Mordfall Daphne Caruana Galizia: Aktivisten stürmen Amtssitz von Premier Muscat

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Sie forderten den sofortigen Rücktritt des Regierungschefs, der tief in den Strudel der Ermittlungen um den Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia geraten ist.

Etwa 40 Aktivisten mit Trommeln, Pfeifen, Fahnen und Megafonen überrumpelten die Sicherheitskräfte am Montagvormittag, drangen über einen Seiteneingang in das Gebäude in der Hauptstadt Valletta ein und blockierten den Zugang. Die Protestierenden werfen den Politikern auch die Vertuschung und fehlender Aufklärungswille im Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia vor.

Muscat ist zwar nicht direkt in den Fall verwickelt, der Kreise bis in die Regierung gezogen hat. Die Menschen in Malta gehen deshalb immer wieder auf die Straßen.

Muscat zog Konsequenzen und kündigte seinen Rücktritt nach der Wahl eines Nachfolgers seiner Labour-Partei für Mitte Januar an.

Daphne Caruana Galizia war im Oktober 2017 mit einer Autobombe ermordet worden. Die damals 53-Jährige hatte an einem Bericht über Korruption gearbeitet und die Existenz einer verborgenen Offshore-Firma aufgedeckt. Caruana Galizia und weitere Journalisten hatten ihn bezichtigt, Bestechungsgelder an Muscats Stabschef Keith Schembri und den damaligen Energie- und späteren Tourismusminister Konrad Mizzi bezahlt zu haben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Dezember 2019 um 11:00 Uhr. Der Druck kam von der EU, vor allem aber vom Europarat, der mit den Konventionen zur Geldwäscherei und zur Korruptionsbekämpfung Instrumente besitzt, um zu handeln.

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