Deutschland schmeißt Diplomaten russischer Botschaft aus dem Land!

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Legende: Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ermittelt im Fall.

Mit diesem Schritt reagiere die Bundesregierung darauf, dass die russischen Behörden "trotz wiederholter hochrangiger und nachdrücklicher Aufforderungen nicht hinreichend bei der Aufklärung des Mordes" mitgewirkt hätten, erklärte das Ministerium am Mittwoch in Berlin. Merkel begründete diesen Schritt mit der fehlenden Unterstützung bei der Aufklärung.

Russland kündigte daraufhin an, ebenfalls Schritte einzuleiten.

Update vom 04.12.2019, 13.30 Uhr: Russland hat mit aller Schärfe auf die Entscheidung des Auswärtigen Amtes reagiert, im Zuge der Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Auftragsmord an einem Georgier in Berlin zwei Mitarbeiter der russischen Botschaft auszuweisen. Eine Überwachungskamera hatte die Tat festgehalten. Wie die ARD berichtet, warnte er schon 2017 das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge vor einem möglichen Komplott.

Der Georgier Selimchan Changoschwili war im August in einem kleinen Park in Berlin-Moabit getötet worden. Sein Mörder soll ihm auf einem Fahrrad gefolgt sein und ihm in den Kopf und in den Rücken geschossen haben. Seitdem schwieg er in den Befragungen.

Nach monatelangen Ermittlungen erhärtet sich nun bei der deutschen Bundesanwaltschaft in Karlsruhe der Verdacht, dass die Tat aus dem Ausland gesteuert wurde. Auch "Spiegel Online" berichtete über die neue Entwicklung. In seltener Transparenz legte sie die bisherige Beweislage weitgehend offen.

Der Verdächtige, "Vadim Sokolov": Er reiste unter falscher Identität. Die Tatwaffe und das mutmaßliche Fluchtfahrrad wurden von der Polizei beschlagnahmt. Ein Behördengutachten des Landeskriminalamts kam anschließend zum Schluss, dass es sich bei "Sokolov" und K. um ein und dieselbe Person handelt. Russland hatte die Fahndung nach K. 2015 eingestellt.

Über Verwicklungen Russlands in den Fall gab es bereits in der Vergangenheit wiederholt Spekulationen. Er benutzte dafür ein Visum mit einer Arbeitgeber-Bescheinigung einer Firma namens "Zao Rust" mit Sitz in St. Ein Gewinn werde der laut der Daten kaum erwirtschaftet. Die weiteren Angaben zu dem Unternehmen standen aber im Widerspruch zu denen im russischen Handelsregister. Sie hießen "Oboronenergosbyt" sowie "Oboronenergo". Merkel kritisierte Russland: "In den bilateralen Beziehungen ist es natürlich schon ein Ereignis, dass wir eben von Russland leider keine aktive Hilfe bei der Aufklärung dieses Vorfalls bekommen haben", sagte sie am Rande des NATO-Gipfels in Watford. Dort habe er sich vermutlich bis zum Tag vor der Tat aufgehalten - allerdings nicht in dem Hotel, das er gebucht hatte. Demnach habe ihm Russland vorgeworfen, als Mitglied des "Kaukasischen Emirats" im zweiten Tschetschenienkrieg gegen Russland gekämpft zu haben. Zwei Brüder Changoschwilis, Islam und Kerim, stellten 2018 Asylanträge in Schweden.

Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich bei dem Verdächtigen tatsächlich um den russischen Staatsbürger Wadim Krasikow. "Bezüge der Tat zur organisierten Kriminalität oder zum Phänomenbereich des islamistischen Terrorismus liegen ebenfalls nicht vor". Wenig später wurde der mutmaßliche Täter festgenommen.

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