Künstlerkollektiv errichtet "Gedenkstätte" nahe Reichstagsgebäude

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Vor dem Reichstagsgebäude hat das für seine umstrittenen Aktionen bekannte Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" (ZPS) eine sogenannte Gedenkstätte errichtet. Diese sei in mehreren Ländern an Orten der Nazi-Verbrechen geborgen worden.

"Es geht um die letzte deutsche Diktatur und darum, ob sie uns wieder droht", sagte Philipp Ruch, Gründer Zentrum für politische Schönheit (ZPS).

Der Zentralrat der Juden hat am Montag ein Statement zu der Asche-Aktion des Zentrums für politische Schönheit abgegeben und darin erklärt, es wäre "zu begrüßen" gewesen, wenn "der Rat eines Rabbiners hinzugezogen würde, um wenigstens dann noch einen möglichst respektvollen und halachisch richtigen Umgang mit der Asche zu gewährleisten". So hatte es vor etwa zwei Jahren eine Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals in Nachbarschaft des Wohnhauses des AfD-Politikers Björn Höcke in Thüringen aufgestellt. Und in Großbuchstaben "Keinen Schritt weiter!"

Kreise des Konservatismus wie Christian von Stetten, Hans-Georg Maaßen, Mike Mohring, Werner Patzelt würden schon wieder die Hand nach Faschisten ausstrecken, heißt es auf der Webseite des Künstlerkollektivs. Es brannten Dutzende Kerzen in Grablichtern, neben Plüschtieren wie Teddybären. Darüber hangen zahlreiche Zettel mit Texten wie "Vergesst sie nicht", "Ruhet in Frieden", "Nie wieder Auschwitz" oder "Gegen politischen Alzheimer in Deutschland".

Nach Angaben der Polizei ist die Veranstaltung bis zum 7. Dezember angemeldet. Bis jetzt sind bereits knapp 60.000 Euro gespendet worden.

Auf Youtube fordern die Aktivisten die Zivilgesellschaft allerdings derzeit dazu auf, für ein Betonfundament für die "Widerstandssäule" zu spenden, das am Samstag gegossen werden soll - als "zivilgesellschaftlicher Zapfenstreich gegen die AfD". Als Reaktion auf die massive Kritik an der sogenannten Gedenkstätte der Künstlergruppe in Berlin sagte ein Sprecher des ZPS, dass das gesamte weitere Vorgehen der Aktion "nur in enger Absprache" mit dem Zentralrat der Juden weiterentwickeln werde. Es ist die Botschaft: "Guckt hin, hier ist die Macht an die Nazis übertragen worden". Das Künstlerkollektiv, beseelt von einem "aggressiven Humanismus", hat also nur den Grabstein jenes Mannes entwendet, der Adolf Hitler den Weg an die Macht ebnete.

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