Einigung bei Schmolz+Bickenbach

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Der Beginn der ausserordentlichen Generalversammlung von Schmolz + Bickenbach (S+B) zur geplanten Kapitalerhöhung wurde um eine halbe Stunde auf 14.30 Uhr verschoben. Gleichzeitig wird aber die Verwässerung des Livet-Anteils auf 25 Prozent begrenzt.

Nach ursprünglichem Plan wollte Häfner 325 Millionen Franken einschiessen und damit seinen Anteil auf 37,5 Prozent erhöhen.

Die Einigung kam buchstäblich in letzter Minute zu Stande: Noch als die GV hätte beginnen sollen, wurde noch darüber gefeilscht, wie das Unternehmen gerettet werden soll.

Im Vorfeld der aoGV hatten sich die Bigpoint Holding von Martin Haefner und Liwet mit Viktor Vekselberg als grösstem Aktionär sowie die S+B Beteiligungs GmbH der Erbenfamilie nicht auf eine gemeinsame Linie bei der Kapitalerhöhung einigen können.

Der S+B-Verwaltungsrat genehmigte nach kurzer Beratung die Änderungen und empfahl sie den Aktionären zur Zustimmung. Angenommen wurde die Kapitalerhöhung schliesslich mit deutlichen 79,3 Prozent. Schmolz+Bickenbach sollen durch die Transaktion mindestens 325 Millionen Franken (295 Millionen Euro) zufliessen, teilte das Unternehmen und die beiden grössten Anteilseigner Martin Haefner und Liewet Holding mit.

Der Start der Kapitalerhöhung ist aber noch vom Wohlwollen der Finanzmarktaufsicht Finma abhängig. Bei dieser hat S + B einen Rekurs gegen einen Entscheid der Übernahmekommission UEK deponiert.

Die Finma wird in einer Woche ihren Entscheid publizieren. "Derzeit laufen noch Verhandlungen zwischen den Hauptaktionären", sagte Verwaltungsratspräsidet Jens Alder zu den Gründen. Er stellte weitere Kostensenkungen und Restrukturierungen in Aussicht. Fraglich ist zudem, wie sich die S+B Beteiligungs-GmbH (10% S+B-Anteil) der Erbenfamilien positionieren wird.

Optimismus strahlte derweil Haefner aus: "Ich bin angetreten, um die Zukunft von Schmolz Bickenbach zu sichern", sagte dieser den anwesenden Aktionären in Emmenbrücke. "Mit meiner Investition kann ich zu einer robusten Bilanz beitragen und werde klares Leadership im Aktionariat herstellen".

Bei Liwet sprach man von einer "konstruktiven Lösung im Interessen aller Beteiligten", die man erzielt habe. Dabei könnten betriebliche Prozesse optimiert, Bestände reduziert oder der Verkauf von Randaktivitäten eingeleitet werden.

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