Wachwechsel in Brüssel: Die EU-Spitze verabschiedet sich

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Der neue EU-Ratspräsident Charles Michel macht ich dafür stark, den ökologischen Umbau der europäischen Wirtschaft voranzutreiben.

Europa müsse sich in die grossen Debatten einmischen "und am Tisch sein, um die harten Debatten zu führen", sagte der frühere belgische Ministerpräsident am Freitag bei einer Zeremonie zur Amtsübergabe mit seinem Vorgänger Donald Tusk in Brüssel. Michel tritt sein Amt offiziell am Sonntag an, gemeinsam mit der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Amtszeit beträgt zweieinhalb Jahre. Das passt gut zu seiner künftigen Aufgabe: Er muss in vielen Fragen die zerstrittenen EU-Staats- und Regierungschefs auf eine Linie bringen. Der Pole Tusk hatte den Posten seit 2014 für zwei Amtszeiten inne. Als Präsident des Europäischen Rates war er insbesondere für die Vorbereitung und Organisation der EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs zuständig.

Charles Michel hat sich als belgischer Ministerpräsident den Ruf als Meister des Kompromisses erarbeitet. Er führte dabei über vier Jahre eine breite Koalition aus frankophonen Liberalen, flämischen Liberalen, Christdemokraten und Nationalisten. Tusk sagte, er hätte nicht erwartet, dass "das Drehbuch meiner Amtszeit von Alfred Hitchcock selbst" geschrieben würde und verglich sie mit einem "Thriller". Mit 18 saß der Jugendliche bereits in einem Regionalparlament, mit 23 im Bundesparlament, mit 24 war er Minister und mit 38 Chef einer Regierung, die in Belgien unter dem Namen "Kamikaze-Koalition" startete.

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